Die Anschaffung kostspieliger Maschinen ist für die Depositenkassen
nicht lohnend; da sie nicht genügend genutzt werden können. Dagegen ist
bei den Depositenkassen vieler Banken das Durchschreibeverfahren
 und die Beleg-Buchhaltung eingeführt.
Um Arbeit zu sparen, werden bei einigen Banken die Abrechnungen für
Jie Kunden der Depositenkasse in der Depositenkassenzentrale vorgenommen.
 Die Depositenkasse wird zunächst in voller Höhe für den. ausmachen-Jen
 Betrag belastet oder kreditiert; in einer Sonderaufgabe wird ihnen
ein Teil der berechneten Provision zurückvergütet. Ebenso wird bei einigen
 Banken das Konto der Kunden der Depositenkasse bei der Zentrale
veführt. Derartige Einschränkungen der Rechte der Leiter der Depositenkasse
 liegen meines Erachtens nicht im Interesse der Bank, wenn auch
Arbeit dadurch gespart wird. Die Depositenkasse darf keineswegs zu einer
bloßen „Annahmestelle“ degradiert werden.

13. Die Expedition und die Registratur,
In der analog den Korrespondenzbüros in eine Anzahl Abteilungen gezliederten
 Expedition werden die ausgehenden Briefe kopiert, kuvertiert,
frankiert — mit der Frankierungsmaschine, die gleichzeitig auch die
Briefe zählt — und expediert. Soweit Kopieren überhaupt noch in Frage

lem seitens der Zentrale angefertigten und abgesandten Kontokorrent belasteten
Zinsen und Provisionen. Außer der Miete, Gehältern, Beleuchtung usw. müssen
die Depositenkassen auch die Beamten der Zentrale, die für sie arbeiten, und die
[nspektoren der Depositenkasse bezahlen. Die Gesamtkosten aller Depositenkassen
werden addiert und durch die Zahl sämtlicher Transaktionen (Börsenorders, Zahlungen
 usw.) dividiert. Es wird also ermittelt, wieviel Cents jede Transaktion kostet.
Mit diesem Betrage wird die Zahl der Transaktionen einer Depositenkasse multipliziert.

Im Zusammenhang hiermit sei bemerkt, daß die Depositenkassen des
Cr6dit Lyonnais vollkommen unselbständig sind. Ein Kontokorrent wird z. B. in
einer Depositenkasse überhaupt nicht geführt, sondern nur in der Zentrale, wohin
am Abend alle Belege zum Buchen gebracht werden. Auch die Anfertigung aller
Effektenrechnungen erfolgt in der Zentrale. Diese behält eine Kopie und gibt die
andere der Depositenkasse, die die Originalrechnung an ihren Kunden sendet. Mehrere
 Bankomnibusse schaffen an jedem Abend die Kasse von den Depositenkassen
nach der Zentrale, wo noch einmal Kasse gemacht wird. Die Sorten, die der Kassierer
 für den nächsten Tag benötigt, verzeichnet er und findet sie am nächsten
Morgen bei Geschäftsbeginn vor. Die Werbung von Kunden, in Paris sowohl wie in
der Provinz, erfolgt durch „de marcheurs‘“, deren wesentliche Aufgabe in der
Unterbringung (Placierung) von Effekten besteht.

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