B. Verkehrsabteilungen.
9. Die Reichsbankhauptkasse. Sie ist zentrale Verteilungsstelle,
 Sammel- und Aufbewahrungsstelle der Metall- und Notenbestände
und hat zahlreiche Unterkassen, die zeitweise, an den „Stichtagen“,
durch Einrichtung weiterer Wechseleinlösungskassen, Wechselkassen usw.
vermehrt werden. In der „Papierabteilun g“ werden die eingehenden
 Noten geprüft, und Fälschungen werden durch die unter Leitung
eines Kriminalkommissars stehende Prüfungsstelle aufzudecken gesucht.
Beschädigte, beschmutzte oder aus einer älteren Serie stammende Noten
werden nicht wieder ausgegeben. Nach Aufzeichnung der Nummer werlen
 sie durch Durchlochen unbrauchbar gemacht und in gewissen Zeitabständen
 verbrannt.
10. Das Giro-Kontor führt die Girokonten der Groß-Berliner
Firmen. Sie gliedert sich in die Kontenbuchhaltung, die Giro-Auszahlungsgasse,
 die Ciro-Einzahlungskasse, die Avisstelle und die Poststelle.
Betrachten wir die Technik des Ferngiroverkehrs: Paul
Krause in Leipzig hat der Firma Alfred Holz in München, die ein Konto
bei der Filiale der Dresdner Bank in München hat, 6475.36 RM zu zahlen.
Paul Krause, der Reichsbank-Giro-Konto hat, schreibt einen Überweisungsauftrag
 an die Reichsbank (s. Formular S. 152) und läßt ihn bei der
Reichsbankhauptstelle Leipzig abgeben. Die Reichsbankbuchhalter, die
das Konto Paul Krause führen — jedes Konto wird, um Irrtümer nach
Möglichkeit zu vermeiden, von zwei Beamten in zwei Parallelbüchern,
Journal und Kontokorrent, geführt —, prüfen, ob der Scheck
formell in Ordnung und ob ein genügendes Guthaben vorhanden ist.
Dann buchen sie die Summe vom Konto Paul Krause ab. Das J. ournal,
in dem alle Ein- und Ausgänge verbucht werden, wird täglich mit dem
Konto des Kunden (Kontokorrent) abgestimmt. Weitere Kontrollmaßregeln
 sind die täglichen Additionen der Zu- und Abgänge im Journal;
die Vermehrung oder Verminderung der Kontobestände muß mit der
Differenz zwischen Ein- und Ausgang im Journal übereinstimmen.
Während nach dem alten System alle Buchhalter die gleichen Summen verbuchen,
oucht beim sog. „Berliner System“ der Haupt buchhalter nur die Einnahmen,
 der Gegenbuchhalter nur die Ausgaben ins Journal (aber nur bei Platz-Verrechnungen
 und -Überweisungen). Sind die Posten ing Journal eingetragen, SO
erfolgt die Verbuchung im Kontokorrent. In dieses überträgt der Buchhalter
sämtliche Posten einzeln, geordnet nach Art der Ein- und Ausgänge. Der Gegenbuchhalter
 dagegen trägt die Eingänge auf Sammelverzeichnisse ein, die dem Kunden
 übergeben werden, sobald der Buchhalter im Giro die Posten abgestimmt hat.

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