Bank im Notfalle zu halten in der Lage ist, desto größere Sicherheit kann
der Wechsel bieten. Entscheidend in letzter Linie ist aber schließlich nicht
die Quantität, sondern die Qualität der Unterschriften.
12. Das Lombardkontor. Voraussetzung für die Gewährung
eines Lombarddarlehens ist guter Ruf und Unbescholtenheit des
Darlehnssuchers. Eine Quittung über das hinterlegte Pfand wird dem
Darlehnsnehmer auf dem Pfandschein erteilt, auf dem auch alle Zahlungen
 des Schuldners an Kapital und Zinsen und alle Änderungen vermerkt
 werden (s. a. S. 362f.). In bezug auf die Verwahrung der Unterpfänder
 steht die Reichsbank nur für diejenige Sorgfalt ein, die sie in
eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt. In Berlin können nur drei
Personen gemeinschaftlich den Tresor, in dem die Unterpfänder verwahrt
werden, öffnen und betreten, Jedes Unterpfand wird in einer Mappe
verwahrt; für die Effekten der Großbanken, die sich auf viele Millionen
belaufen, besteht je ein besonderer Schrank. Die Zinsen werden alle
3: Monate nachträglich eingezogen. Die Kuponsabtrennung der hinterlegten
 Effekten muß besonders beantragt werden.
12a. Die Lombardkontrolle überwacht das gesamte Lombardgeschäft
 der Reichsbank an Hand von Nachweisungen, die die Zweiganstalten
 regelmäßig einzureichen haben. Die erledigten Lombardscheine
werden in Berlin verwahrt.
13. Das Büro für die Annahme verschlossener Depots.
Mit jedem Depositum ist ein vom Niederleger ausgefüllter und unterzeichneter
 Einlieferungsschein einzureichen. Das Lagergeld wird nach
Umfang und Gewicht, und bei einem deklarierten Wert von mehr als
5000 RM auch nach diesem berechnet.
14. Das Kontor für Wertpapiere, Bereits die Verwaltung der
Preußischen Bank hatte, im Hinblick auf die große Zahl der offenen Depots
 bei der Bank von Frankreich, die Absicht, diesen in Deutschland bisher
 weniger bekannten Geschäftszweig einzuführen. Hierzu brauchte man
große Räume und ein geschultes Personal.
Das Kontor für Wertpapiere — der Kundenkreis erstreckt sich weit über
Deutschlands Grenzen hinaus — besorgt den An- und Verkauf von Wertpapieren,
 sowie deren Aufbewahrung und Verwaltung. Die zur Aufbewahrung
 gegebenen Effekten werden nach Gattungen geordnet, und für
jede Effektengattung eines Kunden wird eine Mappe angelegt. Auf ihr
steht der Name des Deponenten, die Depotnummer, Betrag und Name
des Effekts und der Zinstermin. Ferner ist Platz gelassen für Reißver-7



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