Wie das ägyptische, war auch das römische Bankwesen dem griechischen
 nachgebildet. Die argentarii werden zuerst im dritten Jahrhundert
 vor Chr. erwähnt. Ihren Standort, ihre Läden hatten sie auf dem
Marktplatz, dem Forum; daraus erklären sich auch die römischen Bezeichnungen
 für fallieren: „foro cedere“, „foro abire“, „a foro fugere“.
Die Argentarii, die, nach Analogie der Trapeziten, auch mensarii (abzeleitet
 von mensa == Tisch) genannt wurden, betrieben alle Bankgeschäfte.
Sie nahmen Depositengelder an, vermittelten den Zahlungsverkehr, teils
auch durch Umschreibungen, und gaben eigene und fremde Gelder als
Lombard- und Hyopthekendarlehen. Eine von den Argentarii viel ausgeübte
 Tätigkeit bestand auch in der Übernahme von Auktionen, die in
‚esonders hierfür gemieteten Lokalen (atria auctionaria) durch geschultes
Personal erfolgten, und in dem Eintreiben der ausstehenden Kaufgelder.
Die argentarii waren Senatoren oder Ritter, und durch ihre, aus vornehmen
 römischen Geschlechtern stammenden Träger genossen die Bankyeschäfte
 Roms großes Ansehen.
Als nummularii bezeichnete man anfangs die Geldwechsler, die, wie die
goyvuagoıßol in Griechenland, auch die Münzstücke auf ihre Echtheit
prüften. Negotiator oder mercator hieß der große (vornehme) Bankier,
der seine bescheidene Bude auf dem Forum mit der stolzen Basilica-Porcia
vertauscht hatte. Er lief den Geschäften nicht nach, sondern sie wurden
ihm ins Haus gebracht. Er war Gründer und gab Syndikatsbeteiligungen
ab. Die von großen Bankhäusern geführten Bücher hatten Beweiskraft
vor Gericht. Beim Tempel des Castor gab es ein Haus mit feuersicheren
Tresors, die auch der Kundschaft zur Verfügung gestellt wurden.

IL Die Banktätigkeit im mittelalterlichen Italien.
Mit der Völkerwanderung hatte die Tätigkeit der Banken, Gelder zur
Aufbewahrung anzunehmen und Darlehen zu geben, ein Ende erreicht.
Bis zu den Kreuzzügen bestand die bankgeschäftliche Tätigkeit nur in der
Form des Geldwechselgeschäftes. Die kleinen Münzgebiete — nicht
nur jedes Ländchen, auch jede größere Stadt besaß ihre eigene Münze —,
Jie häufigen Umprägungen, die Ungenauigkeit im Gewichte führten dazu,
 daß in Italien gerade zur Zeit der großen Wanderlust eine Menge
Leute — meist waren es Goldschmiede —, als Geldwechsler tätig waren.
Auf den Messen und Märkten insbesondere schlugen sie einen Tisch
(banca) auf, auf dem sie ihr Geld feilhielten. Wie in Hellas und im alten

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