der in seinem in der Nähe der Bank aufgeschlagenen Büro sich täglich
zwei oder mehr Stunden aufhalten müsse. Der Revisor hatte darüber zu
wachen, daß alle das Bankwesen betreffenden Verordnungen innegehalten
wurden, daß vor allem die Banken jederzeit die gewünschten Rückzahlungen
 in gutem Gelde leisteten, Taten sie dies nicht, so sollte der
Revisor, bei dem zu diesem Zweck seitens der Bank stets ein Depot von
300 Dukaten gehalten werden mußte, den. Gläubiger befriedigen.
Als aber trotz dieser Verordnungen die Zahlungseinstellungen in Venedig
nicht aufhörten, ja, als die Nobili nach der großen Pest von 1575 den
Handel aufgegeben hatten, sich sogar noch vermehrten, entschloß sich der
Senat zur Errichtung einer Staatsbank, Nachdem 1582 die letzte große
Bank, die der Pisani, zusammengebrochen war und 1584 ein Gesetz die
Errichtung von Privatbanken untersagt hatte, wurde 1587 der Banco di
Rialto als staatliche Umschreibebank eröffnet. Von der Vielheit der
Sirobanken. ging man zur Einheit über,
An der Spitze der Bank stand ein Governatore del Banco, der vom
Senat bis 1597 auf drei, von da ab immer auf ein Jahr gewählt wurde.
Damit die Bank nicht in Zahlungsschwierigkeiten gerate, wurden zahlreiche
 Verordnungen betreffend Aufbewahrung des Barvorrates, Vor-1ahme
 von Revisionen usw. erlassen.
Von 1593 ab erfolgte die Bezahlung aller Wechsel mittels Bankumschreibung.
 Fand diese nicht spätestens am dritten Tage nach dem Verfalltage
 statt, so wurde Protest erhoben. Mittels Umschreibung auf Bankkonto
 wurde auch, von den Wechslern, der Gegenwert des im Tausch gegebenen
 fremden. Geldes gutgebracht.
Als zweite staatliche Girobank wurde 1619 der Banco del Giro
arrichtet, der eine Zeitlang neben dem älteren Institut den Umschreibeverkehr
 besorgte und dann bis 1806 einzige staatliche Girobank Venedigs
gewesen ist.

In Mailand entstand 1593 als Girobank die Bankdesheiligen
Ambrosius, den sie sich, wie die Bank von Genua den heiligen Georg,
als Schutzpatron gewählt hatte. Ihre Statuten und Regeln sind erhalten
und von Jäger veröffentlicht worden. Wir sind dadurch auch über die
Technik des damaligen Umschreibeverkehrs informiert.
Bringt z. B. Franz Carabello dem Kassierer der Bank 1000 Lire, so erhält
 er darüber einen Empfangsschein. Der Posten wird im Kassabuch
oder in der Prima-Nota verbucht. Dann trägt ihn der Rechner ins Haupt-