Nach Beendigung des Krieges (1763) erwog Friedrich der Große wieder
all die Pläne, die darauf hinzielten, Handel und Gewerbe zu beleben
und dadurch dem Staate neue Einnahmequellen zu schaffen, vor allem
auch die Bankprojekte. Da am Hofe Friedrichs des Großen der
Satz, daß der Prophet nichts im eigenen Lande gelte, sich bestätigte, so
konnte es nicht wundernehmen, daß der König gerade an den Plänen
des Livornesen Gian Antonio di Calzabigi großen Gefallen fand.
Calzabigis Plan lief darauf hinaus — wir folgen hier in der Hauptsache
den Darstellungen Niebuhrs und Poschingers —, eine große Handelsbank
zu errichten, die alle jene Maßregeln, die der König in inneren organischen
 Zusammenhang bringen wollte, auch äußerlich zusammenfasse,
Das Unternehmen sollte Bank-, Assekuranz- und Handelsgeschäfte aller
Art so betreiben, daß eine Branche durch die Tätigkeit der anderen in
Betrieb erhalten, also auch ihr Gelingen von dem der anderen abhängig
gemacht wurde.
Im Oktober 1764 wurde eine Bankkommission unter dem Vorsitze des
Kriegsministers von Hagen eingesetzt, die Calzabigi aufforderte, einen
ausführlichen Plan einzureichen. Aus diesem erfahren wir, daß das Institut
 als Notenbank geplant war. Eine Girobank sei in einer Monarchie
unstatthaft, weil sie die meisten Barzahlungen unnötig mache und daher
die Einnahmen aus dem Münzregal schmälere. Wie die alten Girobanken,
solle die Bank eine eigene Bank- oder Rechnungsmünze besitzen; sie soll
Leihhäuser und Leihbanken errichten, Nutzholz aus den königlichen Forsten
 verkaufen, das Privilegium des asiatischen und levantinischen Handels
 haben, ferner Leinwandhandel, Herings- und Walfischfang treiben.
Bei der Wichtigkeit der Angelegenheit ließ auch der König noch einmal
 durch seine auswärtigen Gesandten in Amsterdam, Hamburg, Stockholm,
 Wien und Petersburg Berichte über die Organisation der dortigen
großen Banken einholen. Sie lauteten sehr günstig.
Die Zeichnungen auf die Aktien des Unternehmens liefen aber äußerst
spärlich ein: 14 Tage nach Eröffnung der Subskription waren erst 2072
Aktien zu 250 Taler, also etwa eine halbe Million Taler auf das projektierte
 Kapital von 25 Millionen Taler gezeichnet. Alle. Bitten, zu zeichnen,
waren, ebenso wie die Drohungen Calzabigis, fruchtlos. Sie vermehrten
nur das Mißtrauen der Kaufleute und Gewerbetreibenden gegen das
Unternehmen. Auch die Aufklärungen, die im November 1764 den aus
mehreren Provinzen deputierten Kaufleuten gegeben wurden, brachten
keine Änderung der Ansichten,

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