„dieser“, heißt es im Edikt, „besonders wegen des Interesses, welches
die Gerichts-Behörden bei der Bank haben“. Das Kuratorium versammelt
sich vierteljährlich einmal, um den Bericht des Chefs über den Zustand
der Bank und die vorgenommenen Operationen zu empfangen.
Erster Chef der Bank war von Klewiz, dem aber, da er Finanzminister
 wurde, nach vier Wochen bereits Friese folgte. Die diesem bei
der Übernahme seines Amtes vorgelegte Bilanz wies zwar einen Überschuß
 von 921000 Talern auf, aber nur nominell, denn 7*/, Millionen
Taler Forderungen waren uneinbringbar und mußten definitiv abgeschrieben
 werden. Unter der umsichtigen Leitung Frieses besserten sich die Verhältnisse
 der Bank, Sie erlangte wieder Kredit, und ihre Gewinne mehrten
sich, d. h. das übernommene Defizit wurde von Jahr zu Jahr kleiner. Bei
Frieses Tode (1837) betrug es nur noch 43/, Millionen Taler.
Frieses jahrelangen Mühen und Anstrengungen war es gelungen, Kaufleuten
 und Gewerbetreibenden in erhöhtem Maße Hilfe zu gewähren.
Diskont- und Lombardgeschäfte erfolgten seit 1824 in größeren Beträgen.
Die ungünstigen Wirtschaftsverhältnisse der Jahre 1830/31 übten natürlich
 auch auf die Bank ihren Einfluß aus. Sie hat diese Zeiten aber gut
überstanden, und ihr Kredit ist dadurch noch gewachsen.
Der Giroverkehr, der seit 1767 eingeschlafen war, wurde auf Anregung
 der Kaufmannschaft 1834 wieder aufgenommen. Die Ausgabe von
Banknoten war 1806 eingestellt worden. Von 1820—1886 jedoch
wurden wieder Bankkassenscheine, wie sie bereits von 1798—1808
im Verkehr waren, ausgegeben.
1837 wurde der Chef der Staatsschuldenverwaltung, des Seehandlungsinstitutes
 und des Kreditinstitutes für Schlesien, der Staatsminister
Rother, mit der Leitung der Bank betraut.
Der Giroverkehr nahm einen weiteren Aufschwung, als 1837 in
Berlin sowohl wie in Breslau die Gebühren in Wegfall gekommen und
den Kontoinhabern weitgehende Vergünstigungen in bezug auf Gutschrift
zum Inkasso gegebener Wechsel usw. eingeräumt worden waren. Weiter
wurde der Giroverkehr mit gutem Erfolge in den Bankkontoren in Danzig,
Königsberg, Stettin und Magdeburg eingeführt.
Auch der Diskontverkehr hob sich merklich. Zum Teil mag hierzu
 der niedrige, ziemlich stabile Zinsfuß beigetragen haben. Während
bisher der Diskontsatz sich in einem Jahre häufig mehrere Male geändert
hatte, und je nach dem Platz und der Güte der Wechsel, zu gleicher Zeit
zu verschiedenen Sätzen diskontiert worden war, wurde 1837 verordnet,

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