Eine Gliederung der bei der Reichsbank beanspruchten In-‚andswechselkredite
 nach Betrag und Zahl der den Berufsklassen in den
oinzelnen Kreditgrößenklassen eingeräumten Diskontkredite hat die Reichsbank für
den 7. August 1928 vorgenommen. Hiernach verteilte sich der Gesamtbetrag von
1,9 Milliarden M!) auf:

1606 Banken und Bankiers . . .
7120 Kaufleute und Handel treibende Gesellschaften , .
:0400 Industrielle und Industriegesellschaften . . . . -
7816 Landwirte, landwirtschaftliche Gewerbe- und Fabrikbetriebe
 . 2. 0. 0.0.
415 öffentliche Sparkassen . .
953 Genossenschaften aller Art
482 Sonstige . . + + «4

in Millionen RM
926,2
245,4
571,5

90,4
16,0
58,2
4,7
1907,4

Die Zahl der Firmen usw., die bei der Reichsbank einen Diskontkredit
 genießen (Kreditberechtigte), betrug am 7, August
1928 41501, gegen 616883 am 15. November 1912 und 46 937 am 25. Juli 1925.
Der Durchschnittsbetrag der von der Reichsbank diskontierten Inlandswechsel
 ist von etwa 2200 M in der Vorkriegszeit auf 1600 RM (1929) zurückgegangen.
Da das im kaufmännischen Verkehr gewährte Ziel im allgemeinen drei
Monate nicht übersteigt, so brauchen in der Regel Wechsel mit längerer
Lauffrist nicht ausgeschrieben‘ zu werden. In Betrieben, wo man noch
mit längeren Terminen zu rechnen gewohnt ist, so z. B. in der Maschinenindustrie,
 im Pelzhandel, Rauchwarengeschäft und in der Landwirtschaft,
behilft man sich mit Prolongationen, d. h. es werden Dreimonatswechsel
ausgeschrieben und bei Verfall erneuert. Mit Rücksicht auf den langsamen
 Umschlag des laufenden Kapitals wird den Landwirten seitens der
Reichsbank diese Vergünstigung schon seit alters her gewährt.
Die andere Vorschrift, daß der Wechsel grundsätzlich 3 Unterschriften
tragen soll, hat den Zweck, das Risiko des Einganges zu mindern. Ist der
Bezogene nicht in der Lage, den Wechsel bei Fälligkeit zu zahlen, so haftet
 der Bank zunächst der Verkäufer des Wechsels, und ist auch dieser
zahlungsunfähig geworden, der Aussteller. Je mehr Unterschriften ein
Wechsel trägt, an die sich die Bank im Notfalle zu halten in der Lage ist,
desto größere Sicherheit kann der Wechsel bieten. Entscheidend in
letzter Linie ist aber schließlich nicht die Quantität, sondern die Qualität
der Unterschriften.

1) S. Enquetebericht S. 47.

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