Die Geschäfte der Bank bestanden in der Notenausgabe, der Diskontierung von
Wechseln, dem Depositengeschäft und der Zahlungsvermittelung. Der Diskontsatz
betrug anfangs 6 und ging nachher auf 5 und 4% zurück. Da vorher der übliche
Zinsfuß 12%, gewesen war, erfreute sich die Banque g6nerale bald allgemeiner Beliebtheit.
 Ihr Kredit stieg weiter, als der Regent angeordnet hatte, daß ihre Noten
an allen Regierungskassen wie bares Geld angenommen werden sollten,

1718 wurde die Banque gen&amp;rale in eine Banque royale umgewandelt, die in
größeren Provinzialstädten Filialen errichtete. Durch Fusionen mit der Indischen
Compagnie war ihr Kapital auf mehr als 300 Millionen L. angewachsen. Um die
großen Mengen ihrer Noten im Verkehr zu halten, verbot im Februar 1720 ein
Gesetz jedermann, mehr als 500 L,. in Geld oder Barren von edlem Metall zu besitzen,
bei Strafe der Konfiskation des Mehrbetrages. Die Folge war, daß 40 Millionen L.
Metallgeld in kurzer Zeit bei der Bank in Noten umgetauscht wurden, und daß von
der Bank niemals mehr als 500 L. in Metallgeld abverlangt wurden. Im April 1720
hatte die Summe der ausgegebenen Noten 2!/2 Milliarden L. erreicht, Durch wüste
Spekulationen in den Anteilen der Indischen Compagnien war der Zusammenbruch
beschleunigt worden.
Im Dezember 1720 flüchtete Law unter Mitnahme von 5 Millionen L. Banknoten
ins Ausland. Diese Noten nützten ihm jedoch nichts, da sie mit seiner Flucht völlig
wertlos wurden. Er, der Angebetete, der gewiegte Finanzier, der als reicher Mann
nach Paris gekommen war, rettete fast nichts. Weil er das Wesen der Banknote als
einer stets fälligen Verbindlichkeit nicht erkannt hatte, brachte er unsägliches Unheil
über Frankreich. ;
Die große Erschütterung des Kreditwesens durch die Lawsche Krisis
hatte lange Zeit die Gründung einer Bank in Frankreich unmöglich gemacht.
 Erst 1776 entstand in Paris die Caisse d’Escom Pte, die die
damals üblichen Bankgeschäfte betrieb und eigene Noten ausgab. Ihr Kapital
 betrug 15 Millionen L. 1783 bereits war sie, infolge großer Vorschüsse
 an den Staat, zeitweise nicht in der Lage, ihre Noten einzulösen,
und 1787 wurde sie, nach einem neuen „Run“, reorganisiert. Das Aktienkapital
 wurde auf 100 Millionen L. erhöht, gleichzeitig aber wurden
70 Millionen L. an die Regierung, angeblich zur Sicherung des Notenumlaufs,
 der sich damals auf ca. 98 Millionen L. belief, gezahlt. Die von
der Regierung geforderten Vorschüsse wurden immer größer: 1790 hatte
die Bank an den Staat eine Forderung von 400 Millionen L. Als die
Bank nicht mehr in der Lage war, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, wurde
sie (August 1798) aufgelöst. ;
Nach Ende der Assignatenwirtschaft entstanden einige private Bankinstitute mit
dem Recht der Notenausgabe: 1796 die Caisse des comptes courants, 1797 die Caisse
d’escompte du commerce, 1798 in Rouen die Soci6t&amp; gönerale du commerce de Rouen,
1800 das Comptoir commercial. Größere Bedeutung haben diese Banken nicht erlangt.

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