wurde 1894 auf 50 Millionen R erhöht; der Reservefonds, dem 5 %/, des
Reingewinns zuflossen, wuchs auf 5 Millionen R an.
1894 erfolgte durch Finanzminister Witte eine Reform der Bank,
wodurch die an und für sich schon starke Abhängigkeit vom Finanzministerlum,
 von dem sie eigentlich nur eine Abteilung war, noch erhöht wurde.
Die oberste Leitung wurde, wie bisher, durch den Finanzminister ausgeübt.
 Die Zentralverwaltung erfolgte durch einen vom Kaiser
ernannten Gouverneur, dem zwei Vizegouverneure zur Seite standen. Die
Aufsicht übte ein Kollegium (conseil) aus, das aus dem Gouverneur
und den beiden Vizegouverneuren, dem Direktor des Petersburger Kontors,
aus einigen Mitgliedern des Finanzministeriums und aus je einem, vom
Kaiser erwählten Vertreter des Adels und der Kaufmannschaft bestand.
— Die Prüfung der Jahresabrechnungen der Bank erfolgte durch die
Reichskontrolle und eine aus einigen Mitgliedern des Conseil bestehende
Kommission, War sie geschehen, so wurde der Rechenschaftsbericht vom
Conseil durchgesehen und vom Finanzminister bestätigt.
Aufgabe der Bank sollte sein: den Geldumlauf zu erleichtern, den
vaterländischen Handel, sowie die heimische Industrie und Landwirtschaft
durch kurzfristige Kredite zu unterstützen und die Währung sicherzustellen
 und zu befestigen. Die Bank durfte Wechsel mit einer Laufzeit
bis zu 6, in bestimmten Fällen auch mit einer Laufzeit bis zu 12 Monaten
diskontieren. Sie belieh ferner Wertpapiere, Waren russischen Ursprungs
und Warendokumente.
Damit die Bank jederzeit in der Lage sei, ihre Noten in Gold einzulösen,
 bestimmte der Ukas vom 29. August 1897, daß die ausgegebenen
Noten bis zur Höhe von 600 Millionen R wenigstens zur Hälfte, die
darüber hinaus ausgegebenen Noten aber voll durch Gold gedeckt
sein müßten, d. h. der ungedeckte Notenumlauf durfte in Rußland niemals
mehr als 300 Millionen R betragen. Es bestand also das gleiche Prinzip,
wie bei der Bank von England; nur lagen für die Russische Reichsbank
die Verhältnisse insofern noch ungünstiger, als Schecks und die anderen
Geldersatzmittel in Rußland nur wenig im Verkehr waren.
Bei Ausbruch des Weltkrieges betrug ihr Notenumlauf 1,7 Milliarden
 R, denen ein Goldbestand von 1,6 Milliarden R gegenüberstand.
Die Finanzierung des Krieges geschah in der Hauptsache durch die
Notenpresse. Das nicht durch Gold gedeckte Notenkontingent wurde
bald nach Kriegsausbruch auf 1,5 Milliarden R heraufgesetzt:; im Oktober

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