2. Regierungs-Gufhaben der Vereinigten Staaten. Sie entstehen zum Teil
durch Verkauf kurzfristiger Schuldverschreibungen. Bei Bedarf wird über sie durch
Schecks verfügt, Die Höhe der Guthaben, die für den Geldmarkt meist bedeutungslos
ist, schwankte im Jahre 1929 zwischen 16,8 und 36 Millionen $,
3. Guthaben ausländischer Banken, Es handelt sich hierbei um
relativ kleine Guthaben ausländischer Notenbanken, die zwecks Ankauf von Wechseln
gehalten werden. Sobald die Reservebank ihre Unterschrift auf diese Wechsel gesetzt
hat, erscheinen die Wechsel unter „Avalverpflichtungen aus den für ausländische
Rechnung gekauften Wechseln“.
4.SonstigeGuthaben sind Depositen von Nichtmitgliedsbanken, die bei den
Reservebanken Abrechnungskonten unterhalten.
Inkassoposten. Die Federal Reserve-Banken haben ein das ganze
Land umfassendes Scheckeinzugss ystem geschaffen, an dem die
rund 8700 Mitgliederbanken teilnehmen,
Nach Burgess!) werden etwa 98%) aller in den Vereinigten Staaten ausgestellten
 Schecks und 95 %9 aller auswärtigen Schecks durch das Federal Reserve-System
eingezogen, und zwar ohne Abzug von Kosten, Die 12 Reservebanken bearbeiten
täglich etwa 21/2 Millionen Inkassoschecks im Beträge von rund 900 Millionen $; das
ergibt im Jahre etwa 270 Milliarden $.
Die Position „Inkassoposten“ umfaßt die Schecks, die die Reservebanken
zum Einzug erhalten haben, für die aber der Gegenwert noch nicht eingegangen
 ist,
Transitorische Posten. Die Einzugsschecks werden bereits
bei Einreichung gutgeschrieben, wobei die Valutierung der Beträge, auf
Grund von Listen, 1—8 Tage nach Einreichung, je nach der für das Inkasso
 erfahrungsgemäß benötigten Zeit, erfolgt. Der Betrag der „Inkassoposten“
 ist stets größer als die auf „Transitorischem Konto“ stehende
Summe. Die Valutastellung ist für die Einreicher der Schecks günstig,
da das Inkasso tatsächlich eine längere Zeit erfordert, als in der Zeittabelle
 angenommen ist; daher strecken im Einzugsverkehr die Reservebanken
 den Mitgliedsbanken einen Betrag vor.

Anhang: Andere Banken in den Vereinigten Staaten,
In den Vereinigten Staaten gab es Ende 1929 rund 25000 Banken. Von diesen
verfügt 1%9 über 75%9 aller Depositen. Nach einer Untersuchung der American
Bankers Association gab es, wie es auf der Jahrestagung der amerikanischen Bankiers
im Oktober 1929 mitgeteilt wurde, 272 Konzerne, denen 1784 Banken mit Aktiven
von 12,5 Milliarden $ (die Aktiven der 25000 Banken betragen 75 Milliarden $)
angehören. Die Zahl der mit Filialen arbeitenden Banken beträgt etwa 1000, die Zahl
der Filialen 3300.
1) a. a. 0.8. 85.

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