banken zusammen mit der Sorge um die Aufrechterhaltung der Goldreserven
 und der Währung,
Der Diskontsatz ist ein wichtiges Mittel, auf die Geschäftstätigkeit
 einzuwirken. Der Diskont der Zentralnotenbank ist der „tonangebende“
Geldsatz und von weitgehendem Einfluß auf die Zinshöhe aller kurzfristigen
 Kredite. Der offizielle Bankdiskont ist der Einheitssatz, zu dem
Wechsel, die den bankgesetzlichen Vorschriften des betreffenden Landes
entsprechen, bei der Zentralnotenbank verkauft werden können 2).
Das wichtigste Instrument, das einer Notenbank zur Erfüllung ihrer
vielseitigen Aufgaben zur Verfügung steht, ist die Diskont politik.
Schutz der Währung und Erteilung von Krediten sind die wesentlichsten
Aufgaben der Notenbank.
Von einer bewußten Anwendung der Diskontpolitik kann man
erst seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts sprechen ?), Mit der
Beeinflussung der Wechselkurse, also dem Währungsschutz nach
außen, bringt Goschen (Theorie der Wechselkurse, London 1861) die
Diskontpolitik in Zusammenhang, während Bagehot (Lombard Street,
London 1871) die Möglichkeiten und Grundlagen praktischer Diskontpolitik
 vom Kreditstandpunkte aus entwickelt.
Unter Diskontpolitik verstehen wir heute das bewußte Pplanmäßige Vorgehen
 der Zentralnotenbank bei Behandlung von Diskontierungsanträgen,
Diskontpolitik ist weiter das Mittel, durch das die Zentralnotenbank versucht,
 durch Bestimmung des Kreditvolumens Einfluß auf das Preisniveau
zu gewinnen. Man glaubt sogar, durch Diskontpolitik die Konjunkturschwankungen
 beseitigen zu können (extreme Forderung: stabilization of
business).
Adolph Wagner unterscheidet 4 Mittel der Diskontpolitik (notenbankpolitische
 Maßnahmen):
1. Zurückweisung von Wechseln spekulativen Ursprungs,
2. Herabsetzung der Lauffristen der Wechsel,
3. Regulierung des Diskontsatzes,
4. allgemeine Einschränkung der Diskontkredite.
Die beiden ersten Mittel, die auf schärfere Wechselauslese
hinauslaufen, sind praktisch von geringerer Bedeutung als die beiden
anderen Mittel.
1) S. A. Hesse, Allgemeine Volkswirtschaftslehre. 12. Aufl. Jena 1927. —
K. Lumm, Diskontpolitik. Berlin 1926.
2) S. Gutenberg, Anfänge der Diskontpolitik, In „Bankwissenschaft“ V, 17.

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