ce) Gold-und Devisenpolitik.
Die Welt hat gelernt, in viel größerem Maße sich des Papiergeldes, d. h.
in. der Hauptsache der Banknoten, zu bedienen als in der Vorkriegszeit.
Als Deckung muß aber ein Goldvorrat oder eine sichere For derungauf
 Gold vorhanden sein, damit die Banken ihren Einlösungsyerpflichtungen
 nachkommen können.‘ ‘ *
Gemeinsam ist allen Notenbanken die Sorge um die Aufrechterhaltung
der Währung. Damit steht in engem Zusammenhange der Edelmeta1lhandel
 oder präziser ausgedrückt der Goldhandel. Gold fließt
bei Verschuldung an das Ausland, oder wenn das Ausland einen Goldbedarf
 hat, der, koste was es koste, gedeckt werden soll. Um Goldexporte
 zu verhüten, erhöht in der Regel die Zentralbank des Landes
den Diskontsatz, in der Hoffnung, die sich aber nicht immer erfüllt,
fremde Guthaben durch Gewährung höherer Zinsen im Lande zu behalten
bzw. noch neue Gelder aus dem Auslande heranziehen zu können. Erreichen
 oder überschreiten die Devisen den oberen Goldpunkt, so strömt
in der Regel Gold ab; erreicht der Devisenkurs den unteren Goldpunkt,
so setzt ein Goldimport ein. Gold- und Devisenpolitik haben den Zweck,
lie Einfuhr von Gold zu erleichtern, die Ausfuhr zu erschweren.
Konzentration der Goldbestände Englands bei der Bank von England
war das Ziel, das den Urhebern der Peels Acte vor Augen schwebte, und
das nachher auch von den anderen Zentralnotenbanken erstrebt wurde.

Goldreserven der europäischen Notenbanken
in Millionen Dollar,
Ende 1918 Ende 1928
59,1 125,7
10,6 9,5
19,7 46,1
278,7 650,0
170,2 746,4
578,9 1251,1
388,1 264,7
17,5
174,6
39,2
283,7

Belgien . .
Bulgarien
Dänemark .
Deutschland
Ängland .
Frankreich .
;talien .
Jugoslawien
Niederlande
Norwegen .
Österreich . . .
Österreich-Ungarn .
Polen . . .
Rumänien . 0. 0.0.00
Rußland .

251,4
29,2
786,8

69,9
52,1
114,7

AA