der Erwerb von Wechseln, die von Frankreich aufs Ausland gezogen sind,
ausdrücklich gestattet.
Macht auch ein großes Devisenportefeuille die Diskontpolitik einer
Bank verhältnismäßig unabhängig von Veränderungen, die auf dem Auslandsgeldmarkte
 vor sich gehen, so darf man aber auch den Wert der
Dervisenpolitik nicht überschätzen, Sie kann die Diskontpolitik sehr gut
ergänzen, niemals aber vollkommen ersetzen ?!), da sie auf die Dauer auch
keine anderen Wechselkurse zu erzielen vermag, als sich aus der Gestaltung
 der Zahlungsbilanz ergibt. Diese ist grundsätzlich dafür entacheidend,
 ob Gold ins Land oder aus dem Lande fließt. Die Frage der
Goldbeschaffung hängt aufs innigste zusammen mit der Frage: Wie
schafft man Forderungen ans Ausland?
Schon vor dem Kriege wurde mehrfach angeregt, die Reichsbank zu ermächtigen,
ihren Devisenbestand der metallischen Notendeckung hinzuzurechnen (bei der Österreichisch-ungarischen
 Bank geschah dies bis zu 60 Millionen K). In der kurz vor
Kriegsausbruch erschienenen 1. Auflage dieses Werkes betonte ich, daß auf einen
techtzeitigen Eingang der Devise nur in Friedenszeiten zu rechnen sei, da ein
kriegführender Staat den Eingang der im Lande zahlbaren Wechsel durch Moratorien
usw. gefährden könne und daß insbesondere der Eingang englischer Wechsel, um die
es sich in der Hauptsache doch handeln würde, im Kriegsfalle nach den englischen
Gesetzen sehr zweifelhaft sei. Würde man sich der Neutralen bedienen, so würde
England vermutlich erklären: „Wechsel und Schecks der Deutschen Reichsbank dürft
ihr nicht einlösen.“ Dem Beschluß der Haager Friedenskonferenz, „den kriegführenden
Mächten zu untersagen, Rechte und Forderungen von Angehörigen der Gegenpartei
aufzuheben oder zeitweilig außer Kraft zu setzen oder die Klagbarkeit auszuschließen“,
sei praktischer Wert nicht beizumessen. — Alles dies ist, in noch stärkerem Maße
als damals befürchtet, eingetreten!
Heute hat man sich über diese Befürchtungen hinweggesetzt: Ein Teil
der Golddeckung darf aus Devisen bestehen, d. h. in ausländischen Guthaben,
 die einen Ertrag abwerfen. Die Aktionskraft der Zentralnotenbanken
 auf dem Devisenmarkt ist dadurch beträchtlich gesteigert worden.
Die ausländischen Wechsel und Schecks sind aber nicht völlig mit Gold
gleichzustellen, da politische Zwischenfälle im Bereich der Möglichkeit
liegen. Wenn der Mehrzahl der Notenbanken jetzt durch ihr Bankgesetz
gestattet ist, einen Teilihrer Notendeckung in Devisen
zu halten. so entspricht dies der Empfehlung der Konferenz, die im

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') Devisenpolitik, d. h. das zielbewußte Streben, den Devisenmarkt und
das Devisengeschäft direkt und indirekt nach einer für das Wirtschaftsleben des
Landes günstigen Richtung zu beeinflussen, war in der Vorkriegszeit für die Reichsdank
 von erheblich geringerer Bedeutung als die Diskontpolitik.

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