stigen hervorragenden Fachmännern, auf der die Einführung eines internationalen
 Gold-Depositenscheines erörtert werden
solle. Er meint, daß angesichts der Hebung des Nationalkredits der
Kulturvölker in neuerer Zeit und des verschärfteren Verantwortlichkeitsgefühls,
 das bei ihnen besteht, sich der Ausführung der Idee keine besonderen
 Schwierigkeiten in den Weg stellen werden. Ähnliche Vorschläge
hatte 1907 der italienische Finanzminister Luzzatti gemacht. Auch die
Errichtung einer internationalen Zentralniederlage von Gold, die unter
gemeinsamer Verwaltung der sie begründenden Staaten stehen sollte,
war geplant. All diese Ideen und andere, wie Schaffung eines internationalen
 Goldelearing, internationaler Banknoten usw., sind aber solange
undurchführbar, als für den Kriegsfall genügende Garantien für prompte
Innehaltung der Einlösungspflicht nicht gegeben sind. Schaffung eines
Gold-Clearing bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich
würde zur Ersparung von Transportkosten wesentlich beitragen.
Auch jetzt schon. haben die großen Notenbanken Vereinbarungen getroffen,
 die darauf hinzielen, die Transportkosten zu sparen oder wesentlich
 zu verringern. So hat z. B. die Deutsche Reichsbank, die im Frühjahr
 1929 erhebliche Mengen Gold nach Amerika verkauft hatte, um die
Kosten der Verschifung nach New York für dieses Gold zu sparen, Abkommen
 mit europäischen Notenbanken getroffen, daß sie aus ihren Golddepots
 bei den amerikanischen Federal Reserve-Banken die Beträge zur
Verfügung stellen. Von den 870 Millionen RM Gold, die die Reichsbank
damals in New York verkauft hatte, hat sie 700 Millionen RM, durch
Tausch, an verschiedene europäische Plätze gesandt 1).
Um Goldimporte nach Deutschland zu begünstigen, ist neben der Gewährung
 zinsfreier Vorschüsse?) auch vorgeschlagen worden,
den Schlagschatz, der 6 M für das Kilogramm beträgt, das sind etwa
ZU, oo zu ermäßigen oder ihn überhaupt aufzuheben. Die Bank von
England erhebt für das Umschmelzen nur !/, Penny für die Unze, d. i.
noch nicht halb so viel wie die Gebühr in Deutschland; bei der englischen

1) Die Versendungskosten von Gold nach New York sind 3—4 Yoo höher
als nach einem europäischen Platz.
2) Die Notenbank schreibt in solchem Falle dem Importeur, der ihr mitteilt, daß er
Gold in Barren oder in Münzen im Auslande erworben hat, und daß sich dieses laut
telegraphischer Mitteilung auf dem Transport zur Reichsbank befindet, den ungefähren
Gegenwert gut, so daß er sofort darüber verfügen kann. Dadurch wird indirekt der
Ankaufspreis, dessen Höhe festgelegt ist, etwas erhöht. S. a. Band I S. 269,

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