Die Bank von England gibt außer ihren Wochenausweisen überhaupt
 keine Drucksachen heraus, keine Jahresberichte, keine Bilanzen..; 0.
In ihrem Ausweis vermag die Bank von England — wie auch andere Noten-Danken
 — manches zu verbergen. Wir wissen z. B., daß sie jetzt mitwirkt beim Ausbau
einer großen Industriezentrale, des Securities Management Trust. Woher nimm“ sie
die Mittel hierfür? Doch nur aus ihren stillen Reserven; die Notenemission als
Finanzierungsmittel scheidet selbstverständlich völlig aus,
Die Undurchdringlichkeit der englischen Bankausweise ist groß; und es klingt gar
nicht so unwahrscheinlich, wenn erzählt wird, daß vor Jahren ein Governor der
Bank von England einem banker, der sich beklagte, daß man aus dem Ausweise der
Bank nichts Positives entnehmen könne außer der Höhe des Goldbestandes, lächelnd
zeantwortet hat: „Sie irren, auch die Höhe des Goldbestandes ist mit positiver Sicherheit
 dem Ausweise nicht zu entnehmen.“
Eine Anzahl von Notenbanken, so z. B. die Österreichische Nationaldank,
 der Federal Reserve Board in Washington, die Schweizerische Nationalbank,
 geben außerdem regelmäßig Monatsberichte heraus, die
viel interessantes Material enthalten. Die Statistik ist hauptsächlich
volkswirtschaftlieher Natur.

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IV. Stellung der Notenbanken zum Staat.

ll. Die Notenbanken im Dienste der Finanzverwaltung des Staates!)
Die Geschäfte der Zentralnotenbanken mit dem Staat sind teils Krelitgeschäfte,
 teils Dienstleistungsgeschäfte. Beide Arten
sind in der Regel Gegenleistung für Erteilung des Notenprivilegs, und
mehrere Notenbanken verdanken überhaupt diesen Vorschüssen an den
Staat ihre Entstehung,
Die Kreditbedürfnisse des Staates sind vorübergehende oder
dauernde, und dementsprechend unterscheidet man schwebende Schulden
 und fundierte Schulden. Schwebende Finanzschulden kommen vor
in Form von Wechseln, die in Zahlung gegeben oder diskontiert werden,
oder der Staat nimmt bei der Zentralbank einen gedeckten oder unge-1)

 S. Kimmich, Die finanziellen Beziehungen zwischen Staat und Notenbank.
Berlin 1909. v, Philippovich, Die Bank von England im Dienste der Finanzverwaltung
 des Staates. 2. Aufl. Wien 1911. Ad. Ramstein, Das Verhältnis der
Notenbanken zur Kriegsfinanzierung. Bern 1928. Schortmann, Die Zentralnotenbanken
 im Dienste der staatlichen Kassenverwaltung. Stuttgart 1910. Jubiläumsbericht
 der Reichsbank. The FisecalSystem, Dokument 403 der National Monelary
 Commission, Washington 1910.
L9 Obst, BG Il.

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