Handel eingeführt und der deutschen Währung gebührende Achtung in
fremden Ländern verschafft zu haben. Ihr Name sollte wohl besagen, daß
sie eine deutsche Bank für das Ausland sein wolle. Viele, insbesondere
Ausländer, glaubten, sie sei die Bank des Deutschen Reiches, und der
Reichsadler auf den Schecks der Bank bestärkte sie in diesem Glauben.
Bei ihrer Gründung wurde die Bank allseitig mit Spott und Hohn überschüttet.
Der „Frankfurter Aktionär‘ riet den Gründern der Deutschen Bank, die Sache einschlafen
 zu lassen. Sie würden sich dadurch vor einem glänzenden Fiasko bewahren,
Jas ihnen ohne allen Zweifel drohe, wenn sie sich nicht entschlössen, ihre Aktien
selbst zu übernehmen, In Berlin herrsche absolut keine Geneigtheit für das Projekt.
Als die Bank 1871 ihr Kapital von 5 auf 10 Millionen M erhöhte, schrieb dieselbe
Zeitung: „Die Deutsche Bank hat Aufsehen gemacht, indem sie ihr Kapital erhöhte,
weil, wie die böse Welt behauptet, die Gründer das ihnen gewährte Recht, neue Aktien
zu Pari zu übernehmen, noch zu guter Zeit ausnützen wollten. Ein Bedürfnis, das
Aktienkapital zu verdoppeln, ist jedenfalls nicht vorhanden, selbst wenn es wahr sein
sollte, daß die Bank bei den Riffpiraten, den Kaffern und den Schwarzfuß-Indianern
Kommanditen errichten will.“ ;
Zur Durchführung des Gründungsprogramms wurden zunächst Filialen
an den deutschen Seeplätzen :Bremen (1871) und Hamburg (1872) errichtet.
 Die 1872 in Shanghai und Yokohama gegründeten Filialen wurden
infolge von Verlusten im ostasiatischen Geschäft bereits 1875 wieder aufgehoben.
 Auch sonst hatte die Bank mehrfach Lehrgeld zahlen müssen.
Die German Bank of London spielte bis zur Gründung einer eigenen
Filiale an dem damaligen Mittelpunkt des Welthandels die Vermittlerin
der Interessen der Deutschen Bank. Weitere Verbindungen in Übersee
wurden später angeknüpft.
Im Inlandsgeschäft hatte die neue Bank in den ersten Jahren ihres
Bestehens schwere Zeiten zu überwinden. Der lebhaften Wirtschaftsentwicklung
 nach Gründung des Deutschen Reiches folgten die Krisenjahre.
Das Gebiet des Gründungswesens hat die Bank erst verhältnismäßig
spät betreten. Sie betont in ihrem 2. Geschäftsbericht, daß es ihr nicht
wünschenswert erscheine, sich in hervorragender Weise mit Schaffung
neuer Werte zu befassen und große Kapitalien darin. festzulegen.
Dagegen hat sie bahnbrechend in einer anderen Beziehung gewirkt.
Während man bisher (s. a. S. 803) es nicht für zweckmäßig gehalten
hatte, „durch erleichternde Bedingungen auf eine Steigerung der Depositen
 hinzuwirken“, vielmehr der Grundsatz befolgt wurde, die Geschäfte
 möglichst mit eigenen Mitteln zu betreiben, führte die Deutsche
Bank das „englische“ System ein. Es konnten bei ihr Beträge von 10
Talern an mit eintägiger, vierzehntägiger, monatlicher und dreimonatlicher

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