erweitert: „Insbesondere gehört die Fürsorge für die bankgeschäftlichen
Bedürfnisse der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften zu
den Aufgaben der Gesellschaft.“ :
Wenige Monate nach Gründung der Bank brach eine Krisis über das
deutsche Wirtschaftsleben herein, und die knapp ein Jahr nach der Gründung
 stattfindende Generalversammlung beschloß die Herabsetzung des
Aktienkapitals von 8 auf 3,2 Millionen Taler, Für 1878 konnte nur
1,5% Dividende ausgeschüttet werden, was Anlaß gab, eine Liquidation
der Bank in Erwägung zu ziehen. Sie hat aber die Krisis gut überstanden
und ist die einzige der in der Schwindelperiode der siebziger Jahre entstandenen
 Banken, die zu einer hervorragenden Bedeutung gelangt ist.
1882 wurde eine Filiale in Berlin errichtet, die sich rapide entwickelte
und bald die Dresdner Zentrale überflügelte, Die Bank nannte eine Zeitlang
 neben Dresden als Sitze Berlin, Hamburg und London. Seit 1914
kommt auch äußerlich die vorherrschende Stellung von Berlin zum Ausdruck,
 indem sämtliche Mitglieder des Vorstandes dort ihren Sitz haben.
Die kritischste Zeit für die Bank war der Herbst 1901, wo ihr gewaltige
 Summen Depositengelder und Kontokorrentguthaben — innerhalb
von 3 Tagen 60 Millionen M — entzogen wurden. Dank Unterstützung
der Reichsbank, die durch große Rediskontierungen hilfsbereit eingegriffen
 hatte, und anderer Banken konnte sie in dieser Zeit allgemeinen
Mißtrauens allen an sie gestellten Anforderungen gerecht werden.
Ein sehr wichtiges Ereignis für das Institut war der Generalversammlungsbeschluß
 vom 10. Dezember 1903, demzufolge die Bank vom 1. Januar
1904 ab für die Dauer von 30 Jahren in Interessengemeinschaft
mit dem A. Schaaffhausenschen Bankverein getreten
ist: Die Geschäfte beider Institute werden bei voller Aufrechterhaltung
ihrer Selbständigkeit gemeinschaftlich geführt. Die erzielten Reingewinne
werden zusammengeworfen und nach Verhältnis des jeweiligen Aktienkapitals
 zuzüglich der bilanzmäßigen Reservefonds verteilt.
Mit dem 1. Januar 1909 hat der Interessengemeinschaftsvertrag aber
bereits sein Ende erreicht. Die Banken veröffentlichten folgende Entschließung:
 „Die bisherige Form der Interessengemeinschaft und die mit
der Gewinn-Poolung für jedes der beiden Institute verbundene Beschränkung
 der freien Bewegung hat mannigfache Unzuträglichkeiten mit sich
gebracht, während die beiden Verwaltungen aus der Erfahrung der verfRossenen
 Jahre die Überzeugung gewonnen haben, daß die erstrebten
Vorteile der Interessengemeinschaft sich auch ohne eine solche Beschrän-311

