in der ersten Epoche entstandenen Banken, hat sich wesentlich geändert,
seit mit der Entwicklung des‘ Wirtschaftslebens immer neue Aufgaben
an die Banken herangetreten sind. Das Emissions- und Gründungsgeschäft,
 das, besonders in der ersten Epoche, meist die hauptsächlichste
Tätigkeit der Banken ist, wird zwar nach wie vor von allen Banken gepflegt,
 und seine Erträgnisse beeinflussen in hohem Maße die Gewinnargebnisse
 der betreffenden Institute. Daneben spielt aber heute die sonstige
 Kreditgewährung, die Zahlungsvermittelung und Kapitalverwaltung
eine ganz andere Rolle als in den 50er, 60er und 70er Jahren, Keine einseitige
 Spezialisierung, wie in England, erfolgt. Die deutschen Großbanken
 repräsentieren vielmehr den Typ der Universalbank: Pflege
Jes Kreditgeschäfts und des Geldhandels ist vereint mit dem Emissionsund
 dem Gründungsgeschäft.
Die Politik der Banken ist eine andere geworden. Eine Beschränkung
in Annahme der Depositengelder, wie es seinerzeit der A, Schaaffhausensche
 Bankverein getan hat, legt heute keine Bank sich mehr auf.
Im Gegenteil! Ein die Grenzen des Schicklichen manchmal bereits übersteigender
 Wettbewerb um Depositengelder, gefördert durch die Dezenvralisation
 der Banken, ist das Charakteristikum der Gegenwart.
Tine Stetigkeit der Formeln und Regeln auf den verschiedenen Wirtschaftsgebieten
 gibt es nicht. Als Beispiel dafür, wie sehr die Begriffe
über zweckmäßige und gesicherte Geschäfte wechseln können, wies Roland-Lücke
 in der Bank-Enquete darauf hin, daß vor 40 und auch
noch vor 30 und 25 Jahren die Beleihung oder Bevorschussung eines Seeschiffskonnossements
 von den meisten damaligen Bankiers für eine recht
leichtsinnige Sache gehalten wurde, obgleich das Seeschiffskonnossement
gerade so sicher ist, wie die durch dieses dargestellte Ware selbst. Eben-30
 haben die Ansichten über Anlage in Effekten eine Wandelung erfahren.
Während früher, sagte M. von Schinckel, es für eine Zierde des Bankstatus
 galt, wenn eine solche Anlage vorhanden war, erklärte demgegenüber
 Hansemann einmal: „Für uns Bankiers sind Effekten die Ware,
mit der wir handeln; wir suchen sie so häufig wie möglich umzusetzen,
und häufig genug bleibt man schon darauf sitzen. Das kommt mir so vor,
wie wenn ein Tuchhändler sagt: ‚Nein, dieses schöne Tuch verkaufe ich
nicht, das ist zu hübsch, das behalte ich und lege es mir hin‘.“
Die Kassenführung, der Giro- und Inkassoverkehr, das Effektenkommissionsgeschäft,
 die Verwaltung und Aufbewahrung von Wertpapieren,
die Versicherung gegen Kursverlust, die Vermietung von Safes, verschie-318

