tern. Eine entfernt liegende Zentrale würde diesen Zweck niemals erreichen
 können. In allen Ortsteilen: der Großstadt und in einem größeren
Radius um diese herum, überall da, wo eine Bevölkerung ist, die als Depoaenten
 in Betracht kamen, wurden Depositenkassen errichtet,
Im Jahre 1871 eröffnete die Deutsche Bank ihre erste Depositenkasse
 in Berlin (in der Burgstraße); im Frühjahr 1930 unterhielten
die Berliner Großbanken 221 Depositenkassen und Wechselstuben in
Groß-Berlin 1). Die Dedi-Bank hat von ihren 72 Depositenkassen 22 bald
nach der Fusion kassiert, inzwischen aber wieder einige neue eröffnet,
teilweise mit bescheidener Anfangsbesetzung, d. h. mit Anlehnung an
len nächstgelegenen Kassenvorsteher. Sie verfügt jetzt über 57 Depositenkassen
 in Groß-Berlin, Genau so viel hat die Commerzbank. Ihnen
folgen die Dresdner Bank mit 56 und die Danatbank mit 51 Depositenkassen.

Wie in Berlin, besteht auch in zahlreichen anderen Orten ein mehr oder
weniger engmaschiges Netz von Depositenkassen. An 12 deutschen Plätzen
 — in Breslau, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg,
 Hannover, Köln, Leipzig, München, Stettin und Stuttgart — ist
jede der Berliner Großbanken mit einer oder mehreren Depositenkassen
vertreten. Insgesamt unterhalten die Berliner Großbanken neben ihren
Berliner Depositenkassen noch rund 300 Depositenkassen im Reich *).
Die Depositenkassen sind in der Regel unselbständiger ausgestaltet als die
Filialen; an kleinen Orten ersetzen sie mitunter die Filiale,
Die Einziehung von. Filialen und Depositenkassen,
die seit Stabilisierung der Mark in größerem Umfange erfolgt ist, ist
eine zweischneidige Sache, Lansburgh®) ist zuzustimmen, daß der
Apparat der Banken eine Reserve ist, deren Erhaltung, selbst mit
Opfern, weitsichtiger ist, als ihre Auflösung. ;
Die Verkleinerung des Filialnetzes erfordert, sagt Eduard
Mosler, Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft (in seinem am

1) Das Geldumwechsel- Geschäft der Wechselstuben ist — abgesehen von
äinigen Wechselstuben, die in der Nähe der Bahnhöfe oder in diesen selbst sich
vefinden — stets nur von geringer Bedeutung gewesen. Wechselstube ist nur eine
andere Bezeichnung für Depositenkasse, Oft führen diese auch den Doppelnamen
„Depositenkasse und Wechselstube“,
2) S. a. Fr. Kaul, Das Depositenkassennetz der Berliner Großbanken, in der
„Bank“, 1926, Heft 11. Derselbe, Das Berliner Depositenkassennetz, in der
„Bankwissenschaft‘“, VII, 1.
3) Die Bank, 1927, Heft 5.

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