3. TEIL

INNERE BANKPOLITIK.

[. Erwerbspolitik.

Einleitung: Die Waren des Bankbetriebes,

Das Bankgewerbe erzeugt nicht Fabrikate, deren Qualität bestimmend
 für den Absatz ist. Die Handelswaren des Bankgewerbes sind gattungsartige
 Gemeingüter. ;
Geld, Geldersatzmittel und Forderungsansprüche auf Geld sind die
„Rohstoffe“ oder „Waren“ des Bankbetriebes. Geld ist nicht, wie bei
Betrieben des Handels und der Industrie, die Gegenleistung für die Ware,
sondern die Ware selbst. Anders ausgedrückt: Nicht das Geld als solches
ist die Ware, sondern die mit ihm verbundene Nutzung. Die wesentlichste
Aufgabe der Banken ist der Handel mit Geldkapital; die Ware heißt
Kapitalnutzung. Die Banken vermitteln zwischen den Stellen des
Kapitalbedarfs und des Kapitalüberschusses. Die Ware Geld sucht die
Bank, wie jeder Warenhandelsbetrieb seine Ware, so billig wie möglich
einzukaufen, Billiges Geld ist für die Bank aber nicht das Geld, das sie
auf dem Geldmarkt aufnimmt, sondern das Geld, das ihr in Form von
Depositen-, Giro- oder Spargeldern ins Haus gebracht wird, und für das
sie den Zinsfuß bestimmt. Ein großer Kundenkreis stellt also eine
billige Bezugsquelle dar.
Die Banken gehen über die Vermittlertätigkeit hinaus, indem sie die
Ware „Leihkapital“ um formen. Sie geben nicht die 1000 RM, die sie,
sagen wir, von A mit 14tägiger Kündigung erhalten haben, an B weiter
mit der Verpflichtung, sie ebenfalls nach. 14tägiger Kündigung zurückzuzahlen.
 Die Bank ist vielmehr „eine Kreditfabrik mit eigener Vertriebsorganisation.
 Sie beschafft sich die Kredite als Rohstoffe und setzt sie nach
Verarbeitung auf eigene Rechnung ab“ (H. Bernicken, Bankbetriebslehre).
 Direkt eine „manufactory of eredit“ nennt der Amerikaner
Kniffin eine Bank. Die bei der Bank eingelegten Gelder werden mit

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