Wichtig ist hierbei, daß die Aufträge richtig und rechtzeitig abgewickelt
werden. Während Industrie und Handel sich Lieferfristen ausbedingen,
vertragen die den Banken erteilten Aufträge meist keinen Aufschub.

1, Rentabilität, Sicherheit und Liquidität.

Wenn ein Bankdirektor Kreditgeschäfte eingeht, so erwägt er dreierlei:
1. Was bringt das Geschäft der Bank ein?
2. Werde ich das Kapital, das ich in das Geschäft hineinstecken. soll,
überhaupt zurückbekommen? und
3. Kann ich das Geld jederzeit bzw. zu dem vereinbarten Endtermin
zurückziehen ?
Die Antwort auf die im Vordergrund jeder geschäftlichen Entschliessung
 stehenden drei Fragen wird in der Regel sich nach dem durch die Erfahrung
 erprobten Satze richten: Je sicherer und liquider die Anlage ist,
desto geringer wird der Gewinn der Bank sein, oder umgekehrt: Wenn das
Geschäft nicht ganz sicher, und auch die Liquidität in Frage gestellt ist,
wird in den Gewinn eine mehr oder minder hohe Risikoprämie eingerechnet
 werden müssen.
Eine Bank ist, wie jede wirtschaftliche Unternehmung, auf Gewinn
bedacht, sie ist Erwerbsinstitut. Ihre Leiter haben als Verwalter fremden
Vermögens die selbstverständliche Pflicht, dem verantwortlichen und in
erster Linie das Risiko tragenden Grundkapital seinen Gewinnanteil zu
sichern. Schon Adolph Wagner sagt1): „Der Zweck der Banken ist
zunächst der eines jeden Händlers und Kaufmanns: durch Betreibung von
Geschäften Gewinn zu erzielen.“ Wie erziele ich Gewinn, und wie erhöhe
ich damit die Rentabilität meines Unternehmens? Das sind Fragen,
die die Bankdirektoren täglich sich stellen und beantworten; nicht theoretisch,
 sondern durch Heranziehung von Kunden, durch Eingehen neuer
Geschäfte und evtl. Einführung neuer Geschäftszweige. Das hierbei erzielte
 Ergebnis wird nicht generell als Gewinn ausgewiesen, sondern
erscheint in seinen Arten: Provision, Zinsen, Diskont, Kursgewinn new.
mehr oder weniger spezialisiert in der Bilanz.
Der privatwirtschaftliche Gesichtspunkt darf aber nicht allein
 maßgebend sein. Jede Bank bzw. ihre verantwortlichen Leiter haben

!) Beiträge zur Lehre von den Banken, Leipzig 1857.

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