Wir fordern nicht nur Sicherheit, sondern auch Liquidität. -Die
frühere nordamerikanische Notenbank-Gesetzgebung hat das Sicherheitsmoment
 in die erste, die Liquidität erst in die zweite Linie gestellt. Durch
dieArtseiner Verwendung muß der Bankkredit in sich die Möglichkeit
 der Rückzahlung tragen; das ist einer der obersten Sätze der
Kredit- und Liquiditätspolitik.
Auch den erfahrensten Bankdirektoren und Bankiers ist es oft unmöglich,
 bereits bei Eingehen eines Geschäftes zu sehen, ob es leicht oder
schwerer liquidierbar ist. Das sind dann die Effekten, auf denen die Banken
 „sitzen bleiben“, oder die Gründungen, in die immer neue Mittel hineingesteckt
 werden, um nicht alles zu verlieren, oder die Kredite, deren
Rückzahlung dem Schuldner infolge der ungünstigen Verhältnisse für
absehbare Zeit nicht möglich ist.

2. Kundenwerbung (Reklame) !).
Werbung ist eine bewußte Zwecktätigkeit; durch Anwendung von Mitteln
 soll die Aufmerksamkeit erregt werden, Geschäftliche Werbetätigkeit
 im Bankgewerbe hat es schon immer gegeben. Die Reklamemittel
aber haben im Lauf der Zeit gewechselt. Auch große und größte Banken
und Bankfirmen scheuen sich nicht, Propaganda zu betreiben, um ihren
Geschäftskreis auszudehnen. Die Amerikaner waren in ihrer Bankwerbung
 („Finaneial Advertising“) bereits weit vorgeschritten zu einer Zeit,
in der noch deutsche Banken und Geldinstitute eine Reklame, wie sie
industrielle Unternehmungen betrieben, für unvereinbar hielten mit der
Würde ihres Berufs, Diese verbietet die Reklame nicht, aber sie soll
„seriös“ sein.
Die Reklame der Banken kann einmal dazu dienen, das große Publikum
überhaupt erst auf die Vorteile aufmerksam zu machen, die ihnen die
dauernde Verbindung mit einer Bank oder einem Geldinstitut gewährt.
Diese Propaganda erfolgt zweckmäßig als Kollektiv-Propaganda

1) S. Rudolf Seyffert, Allgemeine Werbelehre, Stuttgart 1929, C. Hundhausen,
 Kundenwerbung amerikanischer Banken, Berlin 1929. W. Steint hal,
Kundenwerbung und Kundendienst amerikanischer Banken. Die Bank 1929/11.
Rud. Hellwig, Methoden der Kundenwerbung im amerikanischen Bankwesen.
Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis, XX, 2 und 3. Georg Obst,
Werbung für den Reisekreditbrief in Bildern, ebd., XX, 7. 0. R. Aunklamm, Film-Propaganda
 im Bankgewerbe. Bankwissenschaft V, 1.

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