sitenkasse errichtet. Ein dezentralisierter Betrieb fördert die Kundenwer
bung. Leiter von Depositenkassen, Inhaber und Prokuristen mittlerer und
kleinerer Bankfirmen besuchten vor dem Kriege — wie ich höre, geschieht
as neuerdings auch wieder — die Inhaber größerer Geschäfte, um sie, unter
Zusage günstiger Konditionen, als Kunden zu gewinnen, d. h. um sie
anderen Banken und Bankfirmen abspenstig zu machen.
Vielfach geht diesem Besuch der Werbebrief voran, oder er folgt
ihm. Selbstverständlich muß der Brief persönlich gehalten sein und den
besonderen Bedürfnissen des Empfängers Rechnung tragen. Dieser muß
daraus ersehen, welche, von ihm bisher nicht erkannten Vorteile ihm die
Verbindung mit der ..... Bank bringen kann.
Einen größeren Umfang als die allgemeine Propaganda der Banken
nimmt die Propaganda für Sonderzwecke ein:
In Betracht kommt hier als eine der ältesten Arten die Propaganda für
das Emissionsgeschäft. In großen Annoncen werden die ausführlichen
 Prospekte abgedruckt, die Subskriptionsbedingungen genannt, die
Zeichnungsstellen bezeichnet usw. Im redaktionellen Teile wird auf die
Annoncen verwiesen, vielfach unter Abdruck des von der Emissionsbank
gelieferten „Waschzettels“. Ein kritisch eingestellter Handelsredakteur
wird aber in einer selbständigen Abhandlung das Pro und Contra abwägen,
völlig unbeeinflußt von dem Inseratenauftrage, unbekümmert, ob dadurch
in Zukunft seinem Blatt die Annoncen entzogen werden.
Groß und weitgehend ist auch die Propaganda für das Börsengeschäft.
 Börsenberichte, in denen Werte, die als „äußerst chancenreich“
 gelten, empfohlen. werden, werden an Leute gesandt, die man als
Kunden zu gewinnen sucht. Eigene Börsenzeitungen, in denen die Briefkastennotizen
 eine große Rolle spielen, werden von solchen Bankfirmen
herausgegeben und zum großen Teil kostenfrei geliefert, insbesondere auch
zum Auslegen in Restaurants, Hotels, Barbierstuben usw. Auf kleine
Kundschaft (Handwerker, kleine Rentiers, Angestellte) spekuliert man
insbesondere.

Den hauptsächlichen, manchmal sogar einzigen Geschäftszweig dieser
„Börsen“-Firmen (Pseudo-Bankiers) — an der Börse selbst sind sie meist
völlig unbekannt — bilden die Prämiengeschä fte. Für diese „Geschäfte
 mit beschränktem Risiko“ wurde und wird eine ganz besonders
lebhafte Propaganda betrieben, durch Broschüren, Zeitungen,
aber auch durch Briefe, Depeschen usw. Die Verdienste dieser

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