Händler — man hat ihnen den aus Amerika stammenden Namen „bucketshops“
 gegeben — sind trotz der hohen Unkosten gewaltig, da die ins Garn
Gegangenen fast regelmäßig ihren gesamten Einschuß verlieren. Es muß
dringend gewarnt werden, sich mit solchen reisenden „Bankvertretern“
einzulassen, Sie diskreditieren das Bankgewerbe.
In Tageszeitungen erfolgen von Zeit zu Zeit Warnungen vor solchen Firmen etwa
folgenden Inhalts:
„Bine Berliner Bankfirma W, v. S. &amp; Sohn knüpft durch Remisiers, welche ihrerseits
 von den zugeführten Kunden eine Vergütung von 10%9 des Reingewinns beanspruchen,
 Verbindungen mit Privatpersonen zwecks Abschlusses von Börsenprämiengeschäften
 an. Die genannte Firma ist an der Berliner Börse nicht vertreten
und gehört den maßgebenden Bankenorganisationen nicht als Mitglied an.“
Von der Propaganda dieser „Bankiers“ wenden wir uns wieder zu den
Mitteln der Kundenwerbung solider Firmen. Zu den „Terminen“, d. h, zum
Quartals- oder Semesterbeginn, an dem größere Zinseingänge oder Kapitaleingänge
 — infolge Kündigung (Verlosung) von Effekten oder Rückzahlung
 von Hypotheken — erfolgen, werden an Personen, von denen man
glaubt, daß sie Interessenten sind, Druckschriften versandt, in
denen Anlagepapiere zum Kauf empfohlen werden. Neben dem Normalzinsfuß
 ist die Rendite (Effektivverzinsung) angegeben, die erzielt wird
im Hinblick auf den gegenwärtigen Kurs und die Verlosungschanece oder
das Verlosungsrisiko bei Wertpapieren, deren Rückzahlungsbetrag geringer
 ist als der Preis, der auf Grund des gegenwärtigen Kursstandes
gezahlt werden muß. Im übrigen erklärt sich die Bank bereit, kosten -
freie Auskunft über Wertpapiere „nach bestem Wissen und Gewissen,
aber ohne Verbindlichkeit“ zu erteilen.
In den meist monatlich oder halbmonatlich erscheinenden Wirtschaftsberichten
 finden Hinweise auf Anlagepapiere ebenfalls statt, oft mit Hinzufügung
 des errechneten Effekten-Zinssatzes.

Der Propaganda für Börsengeschäfte dienen die „Kurs-Tabellen“,
die z. B. eine Zusammenstellung der monatlichen und jährlichen, höchsten,
 niedrigsten und letzten Kurse innerhalb der letzten 5 Jahre von den
an der Berliner Börse gehandelten Wertpapieren enthalten. Diese Tabellen
 — mitunter auch Börsen-Handbücher, die die Bilanzen
von Aktiengesellschaften, den Namen ihrer Vorstandsmitglieder, die Dividende
 der letzten Jahre usw. bringen — werden kostenfrei versandt an
eine Anzahl auserwählter Kunden oder an Personen, die man als Kunden
zu gewinnen hofft.

RS