möglichst viele Geschäftszweige zu pflegen. So haben sich z. B. mehrere
deutsche Banken eine Warenabteilung angegliedert; in Österreich
war sie zuerst geschaffen worden; sie wollte finanziell dienstbar sein dem
Warenhändler, der sehr unter den schleppenden Zahlungen der Warenschuldner
 litt. Die Warenabteilung, in der sachkundige Warenkaufleute
sitzen, will also das Warengeschäft finanzieren. Kaufleute, die den Kredit
der Bank in Anspruch nehmen wollen, geben ihr z. B. auch die Ware zum
kommissionsweisen Verkauf; die Bank erhält nach Zustandekommen des
Geschäfts als weiteres Äquivalent für das mit der Kreditgewährung verknüpfte
 Risiko die Verkaufsprovision. Hieran reihen sich dann vielfach
noch andere Geschäfte: Auch der Käufer der Ware nimmt häufig die
Dienste der betreffenden Bank in Anspruch und läßt ihr Zins- und Provisionsgewinne
 (beim Devisenhandel, Diskontgeschäft, Akzeptkredit usw.)
zukommen. Im allgemeinen sind die Verdienstmöglichkeiten des deutschen
 Bankgewerbes infolge der vermehrten Vermittlung ausländischen
Kredits an die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren erheblich größer
geworden.
Wie die Gewinne der Banken sich auf die einzelnen Geschäftszweige
verteilen, ist nicht nachweisbar, da die Bankbilanzen nur wenig detaillierte
Angaben enthalten, und diese mitunter auch erst wieder „frisiert“ sind,
d. h. Ziffern angeben, von denen Abschreibungen, Reservestellungen oder
Umbuchungen bereits vorgenommen sind, wie von mehreren Banken auch
ganz offen erklärt wird. So erwiderte in der Generalversammlung einer
unserer größten Provinzialbanken ein Vorstandsmitglied auf den Einwand
eines Aktionärs, daß nach seiner Meinung die bekanntgegebenen Abschreibungen
 nicht genügen: „Aus den sehr hohen Debitoren gehe doch wohl
zur Genüge hervor, daß die Bank mehr verdienthabe, als ausgewiesen
 sei, und daß infolgedessen entsprechende stille Reserven gestellt
 sind.“ Aber auch selbst wenn die Ziffern in ihrer Reinheit angegeben
 wären, so würden sie doch nicht unbedingt zuverlässig sein, da
bei ein und demselben Institut der Gewinn auf das gleiche Geschäft in
zwei Depositenkassen oder Filialen, ja vielleicht sogar das gleiche Geschäft
bei verschiedenen Kunden in derselben Depositenkasse, Filiale oder in der
Zentrale auf verschiedenen Konten erscheinen kann. Provision ist ein
verkappter Zins, Zins eine versteckte Provision.
A z.B. will einen 6-Monats-Wechsel in Höhe von 83000 RM diskontieren.
Die Bank erklärt: Wir diskontieren nur Wechsel mit einer Laufzeit von
höchstens 8 Monaten, wollen aber bis zum Eintritt der 3-Monats-Laufzeit

22 Obat, BG Il.

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