Wassermann führte aus:
„Wir sind unablässig bemüht gewesen, unseren eigenen Betrieb wirtschaftlicher
zu gestalten und haben auch darin gewisse Erfolge erzielt. Wir haben aber nicht mehr
erreichen können, als daß der Reingewinn, der in den letzten drei Jahren ungefähr
gleichgeblieben ist, von 38 %9, der Summe der Beamtengehälter für das Jahr 1926 auf
40% 9 im Jahre 1928 gestiegen ist. Dabei ist nur die reine Gehaltsausgabe berechnet,
ıhne Berücksichtigung der Vorstandsgehälter. Berücksichtigt man die Wohlfahrtszusgaben,
 Versicherungsbeträge und Pensionen, wofür im leizten Jahre über 8 Millionen
 RM aufgewendet worden sind, so wäre das Prozentverhältnis erheblich niedriger.
 Im Bankgeschäft ist dieses
Verhältnis der Personal-Unkosten zum Gewinn durchaus unbefriedigend.
Im Jahre 1913 betrug das Durchschnittsgehalt des Angestellten 3408 M und erbrachte
der Bank einen Gewinn von 4984 M, das sind 146 %o9 des Beamteneinkommens gegeniber
 den 1928 erreichten 40%. Da die Gehaltsbezüge des einzelnen, immer ohne
Berücksichtigung des Vorstandes, von 8921 RM im Jahre 1926 auf 4882 RM im Jahre
1928 gestiegen sind, ist der kleine Fortschritt, den wir gemacht haben, neben gesteigerter
 Sparsamkeit in sachlichen Ausgaben hauptsächlich der Verringerung des Personals
 zuzuschreiben.“
Dr. Solmssen sagte:
„Verglichen mit dem Jahre 1925 auf Basis von 100 betrugen die Handlungsankosten
 und Steuern bei der Disconto-Gesellschaft im Jahre 1926 108,5, 1927 115,6,
1928 118,2. Diese kontinuierliche Unkostensteigerung ist eingetreten, wiewohl gleichzeitig
 durch weitgehendste Mechanisierung und Rationalisierung die absoluten Unkosten
 systematisch herabgedrückt wurden.
Vergleicht man des weiteren die Höhe der gesamten Unkosten mit den erzielten
Bruttoeinnahmen, so ergibt sich, daß der Unkosten-Koeffizient eine stets steigende,
und der als Dividende ausgeschüttete Gewinn eine stets sinkende Tendenz zeigt.
Es hetrugen in Prozent des Rohgewinns
die Verwaltungskosten der ausgeschüttete
einschließlich Steuern Gewinn
1913 36,45 9/9 419,40 9/9
[924 83,56 9/0 14,64 9/9
1925 81,61 9/9 18,10 %
1926 76,98 9/9 21,24 9%
1927 78,06 %9 20,21 %
1928 78,27 0/9 19,87 9a
Es liegt auf der Hand, daß diese Entwicklung die Rentabilität allmählich stärker
bedrohen muß, und zwar um so mehr, als der Charakter des Bankgeschäfts sich entsprechend
 der unzureichenden Kapitalbildung innerhalb Deutschlands unkostensteigernd
 dahin geändert hat, daß die Zahl der Geschäftsvorgänge dauernd wächst,
während ihr Durchschnittswert stetig sinkt. Während die Umsätze seit dem Jahre
1925 um ca. 50% stiegen, haben sich die Bruttoeinnahmen in der gleichen Zeit nur
um 22 0/9 erhöht. Das doppelte Erfordernis der Erziehung ausreichender Dividenden
und überschüssiyer Risiko-Reserven, die zur Deckung unausbleiblicher Verluste im

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