Kreditgeschäft vorhanden sein müssen, kann nur erreicht werden, wenn die Marge
zwischen Unkosten und Bruttogewinn eine die Erfüllung dieser beiden Forderungen
gewährleistende Größe besitzt und behält. Da diese Marge innerhalb der Einzelbank
immer kleiner wurde, entstand die Idee, sie durch Ausmerzung der mehreren Instituten
 gemeinsamen Unkosten zu beseitigen, ein Gedanke, der durch bloße Verabredungen
 über Filialenstillegungen ohne Fusion nicht hinlänglich durchzuführen ist.“

Die erhöhten Kosten für Gehälter sind zum Teil verursacht durch Erhöhung
 der Manipulationskosten, die sich aus der Verkleinerung des
Wertes der einzelnen Geschäftsvorfälle und dem Steigen ihrer Zahl bei
gleichem Mengenumsatz ergab. So betrug z. B. bei der Disconto-Gesellschaft
 die Durchschnittssumme der Wechsel im Jahre
1918 20000000 4154,25 Goldmark
1927 WR 2821,10 Reichsmark
1928 1802,05 Reichsmark.

Legt man die Stückzahlder Wechsel für das Jahr 1926 mit 100
zugrunde, so ergibt sich als Vergleichszahl für 1927 155, für 1928 243.
Durch Rationalisierung und Mechanisierung wurde aber bei dieser
Bank erreicht, daß im Jahre 1928, verglichen mit dem Jahre 1914, das
31/,fache an Wechseln mit einem Büropersonal von 38 gegen 30,
5fache an Schecks mit einem Büropersonal von 18 gegen 21,
1!/,fache an Devisen mit einem Büropersonal von 175 gegen 300
bearbeitet werden konnte.

Eine Steigerung der Unkosten ist, wie in Deutschland, auch
in anderen Ländern erfolgt. Nach Untersuchungen von Dr. Hönig!)
ergaben sich für die Schweiz folgende Vergleichszahlen: Den 8 großen
schweizerischen Banken waren im Jahre 1913 57,4 °/, des Bruttogewinns
als Nettogewinn verblieben (gegen 53,25 °/, der deutschen D-Banken), in
den Jahren 1927 und 1928 war diese Zahl auf 37,2 °/, und 39,8 °/, gesunken
 (gegen 18,4 °/, der deutschen D-Banken). Der Betriebskoeffizient der
Schweizer Banken, der 1913 42,6 °/, betrug (gegen 46,75 °/, der deutschen
D-Banken) war 1928 auf 60,2 °/, gestiegen (gegen 81,6 °/, der deutschen
D-Banken). Auch in der Schweiz trägt den Hauptanteil der Unkostensteigerung
 das Konto „Gehälter“. Es ist von 21,5 auf 35,4 °/, des Bruttogewinns
 gestiegen,

1) Die Unkostenbelastung der Banken in Deutschland und in der Schweiz, in der
Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis, XXII, 12.