Dem absoluten Betrag nach haben sich die Steuern und sonstigen Ausgaben
 mehr als verdreifacht, während sich die Personalausgaben verfünffacht
 haben. Während der Bruttogewinn der schweizerischen Banken
sich — verglichen mit 1913 — 1928 verdreifacht hat, ist der Reingewinn
nur um wenig mehr als das Doppelte gestiegen.
Das ungünstige Verhältnis von Rohgewinn zu Reingewinn zeigt sich
auch bei den Banken in Österreich. Die 4 Österreichischen Großbanken
 wiesen folgende Roh- und Reingewinnziffern aus!):

Allgemeine Österreichische
Bodenkreditanstalt

Niederösterreichische
Eskompteresellschaft

Österreichische Kreditanstalt


Wiener Bankverein

Rohgewinn | Reingewinn
a N : Rohgewinn’
Millionen Schilling =100(Netto-.
 _ 7ewinntang)
1928. 30,84 » 10,22 38,7
1927” 82,56 | 10,283 ı 381,48
1928 # 16,03 | 6,08 | 87,64
1927 1 15,89 | 6,28 | 39,54
1928 " 46,2 10,27 22,23
1927 45,02 | 10,11 | 22,28
1928 ' 29,43 4,94 | 16,78
31,97 5,93 18,56

Nach dieser Übersicht bewegt sich die Nettogewinntangente im Jahre
1928 zwischen 16,78 und einem Maximum von 37,64. An 1. Stelle rangiert
naturgemäß das einzige Institut mit rein zentraler Organisation, an
2, Stelle der gemischte Organisationstypus — zentralisierte Hauptorganisation
 mit angeschlossenem Filialnetz —, an 3. Stelle kommt die mäßig
dezentralisierte Bank (21 Zweiganstalten), an 4. das ausgesprochen dezentralisierte
 Institut (47 Zweigniederlassungen). Die beiden ersten erübrigen
 mehr als ein Drittel der Bruttoerträgnisse als Reingewinn, den
beiden andern verbleibt rund ?2/, bzw. rund *!/, des Rohgewinnes als Nettoergebnis.
 Nur bei einer einzigen Wiener Bank geht der Betriebskoeffizient
über 80%, hinaus. Im Mittel hält er sich auf ca. 72,41 °%°%,. Gegenüber
dem Vorjahre ist der Betriebskoeffizient bei einer Bank, der Kreditanstalt,
zleich geblieben, bei der Bodenkreditanstalt hat er sich verbessert, bei der
Eskomptegesellschaft und beim Wiener Bankverein etwas erhöht.
Wichtig für die Bankleitung ist vor allem die dauernde Beobachtung der
einzelnen Konten hinsichtlich der Gesamtsumme und der Art der

1) S. Neues Wiener Tageblatt vom 18. April 1929.

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