Leiter einer Depositenkasse usw. schätzt, wenn er das Kontokorrent unterschreibt,
 ob das Konto einen der Arbeit entsprechenden Gewinn für die
Bank gebracht hat. Ist es nicht der Fall, so wird eine Extraprovision berechnet,
 oder, wenn das nicht angängig erscheint, der Kunde wird benachrichtigt,
 daß die Bank von der kommenden Rechnungsperiode ab dies tun
werde, sofern nicht dem (provisionsfreien) Umsatz entsprechende gewinnbringende
 Geschäfte getätigt oder entsprechend Guthaben gehalten werden.
 Bei Debetkonten muß der provisionspflichtige Umsatz in ein bestimmtes
 Verhältnis zum gewährten Kredit gebracht werden; ergibt sich
beim Abschluß ein unbefriedigendes Ergebnis für die Bank, so erfolgt
eine Änderung der Zins- und Provisionssätze, oder die Bank kündigt dem
Kunden den Kredit.
Wenn es sich aus den hier angegebenen Gründen nicht verlohnen wird,
unterdem Gesichtspunkt der Konditionenfestsetzung,
durch Vergleich der Kosten mit den Gewinnen, ständig oder in bestimmten
 Zwischenräumen, Selbstkostenermittlungen vorzunehmen, so sind doch
aus betrieblichen Gründen Kostenmessungen und
Kostenvergleiche für den Bankbetrieb unbedingt notwendig. „Organisieren
 wollen, ohne dauernde Kostenvergleiche anzustellen, bedeutet
dasselbe, als ob ein Schiffer auf offenem Meer ohne Orientierung am Kompaß
 oder Sternen ein bestimmtes Ziel erreichen wollte“ (Hasen ack).
Erforderlich sind also Einrichtungen, die eine scharfe Kontrolle der
Leistungen der einzelnen Abteilungen ermöglichen, d, h., durch Hineinleuchten
 in den Betrieb systematische Kontrolle der
Betriebsgebarung, die Arbeitsmethoden und Arbeitsleistungen
einer eingehenden Kritik unterwirft,
Durch diese Betriebskontrolle soll also nicht festgestellt werden, ob
die Konditionen günstiger oder ungünstiger gestaltet werden sollen, sondern
 ihr Zweck ist: nachzuprüfen, ob die von der Bank getroffenen organisatorischen
 Maßnahmen und Einrichtungen eine volle Ausnutzung und
höchstmögliche Betriebsleistung aufweisen. Man wird die Einzelleistungen
der Beamten vergleichen und den Leerlauf feststellen, der normalerweise
 existiert, denn der Beschäftigungsgrad im Bankgewerbe ist erheblichen
 Schwankungen unterworfen; so vor allem ist die Zahl der Börsenorders
 sehr ungleich: in Zeiten der Hausse steigt sie auf das 20- und mehrfache
 des Normalen, Für eine solche Kalkulation gibt die Betriebsstatistik
die nötigen Unterlagen, und sie fällt gleichzeitig ihr Urteil darüber, ob
der Betrieb ökonomisch aufgebaut ist.

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