d. h. mit dem geringsten Leistungsaufwand arbeitet (verschieden hohe
Gehälter, verschiedener Benutzungsgrad der Maschinen usw.).
Die Selbstkostenrechnung im Bankgewerbe gibt die Möglichkeit, Feh -
lerinder Organisation aufzudecken, die Wirtschaftlichkeit
 oder Unwirtschaftlichkeit eines Betriebes
zu zeigen und somit Richtlinien für rationelles Arbeiten zu erhalten.
Die Frage der Unkostenherabsetzung ist mehr eine Frage der Betriebsorganisation
 als der Betriebskalkulation.
Selbstkostenrechnung setzt das Vorhandensein einer zweckmäßig
 ausgestalteten Betriebsstatistik voraus, und diese wieder
ist mit der Buchhaltung eng verknüpft. Wie sich schneidende Kreise
haben Buchhaltung, Statistik und Kalkulation Berührungspunkte.

7. Dividenden- und Kurspolitik).

Zweck jeder erwerbswirtschaftlichen Unternehmung ist, einen Gewinn
zu erzielen, d. h, eine Leistung hervorzubringen, bei der der Ertrag größer
als der Aufwand ist. Bei der Aktiengesellschaft hat der Aktionär einen
Anspruch auf den Betrag, der sich über die Aufwendungen hinaus ergibt.
 Das Streben zahlreicher Verwaltungen geht nun dahin, die Dividenden
 ihres Unternehmens stabil zu halten, die Aktie aus einem „Spielpapier“
 zu einer stabilen Kapitalanlage zu machen — ein Prinzip, das
an sich mit dem Grundcharakter der Aktie in Widerspruch steht.
Einen solchen Versuch hatte bereits die Darmstädter Bank im Jahre
1871 gemacht. In ihrem Geschäftsbericht für dieses Jahr sagt sie:
„Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, auf den Antrag der Direktion, in
Jahren, in denen die Dividende 10°, übersteigt, die Hälfte des Überschusses
 dem Reservefonds zu überweisen; übersteigt die Dividende 15 °/,,
so soll der ganze Überschuß in den Reservefonds gelegt werden. Soweit
der Reservefonds 10% , des eingezahlten Aktienkapitals übersteigt, soll er
verwendet werden können, um die Dividende in Jahren, in denen sie 10°/,
nicht erreicht, bis zu dieser Höhe zu ergänzen, jedoch mit der Maßgabe,
daß niemals mehr als 4 °/, des eingezahlten Aktienkapitals in einem Jahre
zu diesem Zweck verwendet werden können.“

1) 8. W. Prion, Kapital und Betrieb, Leipzig 1929. Georg Bernhard, Stabile
 Dividenden, im Magazin der Wirtschaft, VI, 6. Felix Pinner, Anpassen
der Ausweichen? Berliner Tageblatt vom 23. November 1929. Korthaus, Reserven-
 und Dividendenvolitik, in Blätter für Genossenschaftswesen. 76. Jahrg. Nr. 30.

26