möglichst stabilen Kurse ihrer Aktien, aber sie darf das ohnedies schon
vielfach erschütterte Vertrauen der Aktionäre nicht mißbrauchen.
Da der Aktienkurs!) gewissermaßen ein Maßstab des Vertrauens ist,
das einer Bank entgegengebracht wird, so wird jede Bankleitung, die in
irgendeiner Weise Kredit in Anspruch nimmt, es möglichst zu verhüten
suchen, daß ihre Aktien unter pari gehen, Um dies zu erreichen, wird
sie bestrebt sein, eine dem jeweils geltenden Zinsfuß einigermaßen entsprechende
 Dividende zu verteilen; damit sie dies auch in schlechten
Jahren tun kann, wird sie sich in guten Jahren Reserven hierfür schaffen.
Besitzt eine Bank solche Dividenden-Reserven nicht, oder sind sie
bereits aufgezehrt, und kann daher nur eine geringe oder überhaupt
keine Dividende verteilt werden, so sucht sie den Kurs ihrer Aktien
durch Interventionskäufe zu stützen. Vermögende Direktoren und Aufsichtsräte
 kaufen mitunter wohl auch einen Posten Aktien für sich. Meist
aber wird ein aus Direktoren und Aufsichtsräten bestehendes Interventionskonsortium
 gebildet. Die Bank oder befreundete Institute regulieren
durch Aufnahme und Abgabe von Aktien den Kurs und verhindern auf
diese Weise ein erhebliches Sinken. Wenn die Aktionäre sehen, daß trotz
der ungünstigen Dividende ein Kursrückgang nicht stattfindet, so behalten
 sie in der Mehrzahl dann auch, im Vertrauen auf künftige bessere
Zeiten, die Aktien,
Solche Kursregulierungen erfolgen auch von einer großen Anzahl
Banken, deren Kurs erheblich über pari steht, deren Aktien aber, infolge
häufiger Neuemissionen, noch nicht „placiert“ sind. Handelt es sich,
wie es die Regel bildet, um Provinzbanken, so erhalten befreundete Institute
 an den Börsenplätzen, an denen die Aktien notiert werden, laufende
Vertrauensorders etwa folgender Art: „Nehmet täglich bis zu .... RM
unsere Aktien zum Kurse von ...°/, auf. Wahret Interesse.“ Ohne diese
Aufnahmen würden, da den Verkäufen nicht entsprechende Käufe gegen-1)

 Der Börsenkurs wertet das Aktienkapital, offene und stille Reserven,
die Firma und die Verdienstmöglichkeiten unter Berücksichtigung der allgemeinen
Zeitverhältnisse. Der Bilanzkurs ergibt sich aus dem Kapital und dem prozentualen
 Verhältnis der offenen Reserven; er ist also z. B. bei einem Grundkapital
 von 1000000 RM und einer offenen Reserve von 200000 RM 120%. Ein
Zusammenhang zwischen dem Bilanzkurs und dem bei guten Gesellschaften fast
regelmäßig höheren Börsenkurs wird sich infolge der zahlreichen unbekannten,
bzw. unberechenbaren Momente (stille Reserven, Firmenwert usw.) niemals konstruieren
 lassen.

1?