tern, sind in vielen Betrieben gemischte Konten, d. h. Konten, die
Bestände und Erfolge verrechnen, verpönt.
Tägliche Kontrollen erfolgen z. B. hinsichtlich:
der Kassenbuchungen an Hand der Kassenbelege,
der Entwertung der Schecks, die nicht durch die Kasse eingegangen sind,
der Richtigkeit des Saldos bei der Reichsbank und beim Postscheckamt,
der Provisions- und Zinsbuchungen,
der Nostrokonten in Verbindung mit sämtlichen internen Konten.
Wöchentlich oder auch nur monatlich werden solche Bestände
gezählt, deren tägliche Aufnahme zu große Arbeit verursachen würde.
Die Kontrolle wird durch die Revision ergänzt. Sie ist eine nachträgliche
 Arbeitsleistung, die sich weder mechanisch noch automatisch
 vollzieht; sie soll kritisch sein und setzt daher vielseitiges Wissen
und Können beim Revisor voraus (fachliche Qualifikation). Wenn Kontrollen
 und Revisionen mitunter auch von ein und derselben Person ausgeübt
 werden, so sind sie funktionell doch getrennt. ; .
In unbestimmten Zwischenräumen sendet die Zentrale eine Revisionskolonne
 an die einzelnen Filialen, die die Debitoren uud ihre
Unterlagen, Depotbücher und Depots, Ultimo-Engagements usw. eingehend
 prüfen und darüber einen Revisionsbericht abstatten.
Neben Kontrolle und Revision tritt als Drittes die Inspektion‘).
Das Organisationsbüro prüft dauernd durch seine Beamte die Organisation
 auf ihre Zweckmäßigkeit, auf das reibungslose Zusammenarbeiten in
der einzelnen Abteilung und innerhalb der Abteilungen der Bank. Jede
größere Filiale besitzt einen oder mehrere Innenorganisatoren.
Bei ihnen laufen dann auch die Fäden der Kontrolle zusammen. Sie kontrollieren
 die Kontrollen und erstatten der Direktion Bericht über alle
ihre Wahrnehmungen,

b) Defraudationen und Kontrolleinrichtungen,
In kleinen Bankbetrieben, wo die Chefs noch. selbst das ganze Geschäft
übersehen und überwachen konnten und die Verwaltung der Wertbestände
zum großen Teile noch selbst erledigten, waren, im Gegensatz zum
heutigen Großbetrieb, die Gefahren von Veruntreuungen durch Bankbeamte
 sehr gering.
Als Ende Dezember 1895 der Buchhaltereichef einer Berliner Großbank
seiner Direktion meldete, die Kasse stimme um 106000 M nicht, und
8. Großmann, a. a. 0. S. 293.