Gegen Betrügereien und Diebstähle gibt es keinen unbedingt sicheren
Schutz. Der Direktion der Bank aber ist der Vorwurf gemacht worden,
daß sie den Fragen derinneren Organisation nicht genügend
Beachtung geschenkt, und in der Auswahl eines Teiles ihrer
Beamten nicht mit genügender Vorsicht vorgegangen ist. Aus Sparsamkeitsrücksichten
 hat die Bank einen großen Teil ungelernter
Bankbeamten beschäftigt, die den inneren Zusammenhang der Geschäfte
nicht kennen, und dieses Sparen an falscher Stelle mußte sich früher oder
später einmal bitter rächen.

Das Privatleben der Beamten braucht die Direktion im allgemeinen
 nicht zu bekümmern. Es widerstrebt den Bankdirektoren mit
Recht, eine derartige Kontrolle, die als Mißtrauensvotum angesehen werden
 kann, auszuüben. Wenn aber einer ihrer Kassierer, der ein relativ
kleines Einkommen bezieht, eine üppige Lebensweise führt, die allgemein
das Stadtgespräch bildet, dann war es nicht nur Recht, sondern sogar
Pflicht der Vorgesetzten, vertrauliche, unauffällige Erkundigungen einzuziehen.
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Sind in einer Bank Unterschlagungen vorgekommen — handelt es sich
nur um einige tausend Mark, dann erfährt die Öffentlichkeit meist gar
nichts darüber —, so werden oft Änderungen in der Weise vorgenommen,
daß ein Betrug in der stattgefundenen Weise in Zukunft ausgeschlossen
 erscheint. Der Verbrecher aber greift nach einer neuen Methode.
 Schutz können daher nur systematische Kontrolleinrichtungen
 und ebensolche Revisionen bieten. Der Kontrollapparat
 muß so funktionieren, daß er jedem Raffinement gewachsen ist.
Im Lauf der Jahre habe ich die Organisation zahlreicher in- und aus-Jändischer
 Privat- und öffentlicher Banken kennengelernt und viel Interessantes
 dabei gesehen. Hier das Streben, den ganzen Betrieb einheitlich
zu gestalten, die Arbeitskräfte so zu verwenden, wie es für das Unternehmen
 am zweckmäßigsten ist, Kontrollen zu schaffen, die ineinandergreifen
 und andererseits auch das Unkostenkonto nicht zu stark belasten.
Bei anderen wieder ist in der Gesamtorganisation seit Gründung des Unternehmens
 kaum eine Änderung vorgenommen. Man empfing mich dann
häufig gleich mit den Worten: „Bei uns werden Sie kaum etwas Neues
sehen.“ Nie habe ich mich dadurch abschrecken lassen; hatte ich doch
die Erfahrung gemacht, daß auch in einem solchen Betriebe mindestens
in einem Büro durch einen intelligenten Beamten etwas Neues, der

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