gen aufgebaut. Er kaufte Wechsel erster Firmen zu einem unter dem
üblichen Satz liegenden Zinsfuß und verkaufte sie zum Normalsatz, erlitt
 also hierbei tatsächlich einen Zinsverlust. Außer diesem (echten)
Wechsel verkaufte er aber noch ein völlig gleichlautendes Falsifikat an
eine andere Firma, gewöhnlich im Auslande. Teilte nun der Käufer,
wie es bei Domizilwechseln üblich ist, dem Akzeptanten mit, daß er sein
Akzept gekauft habe, so konnte die angefragte Firma von einer Entgegnung
 Abstand nehmen, da sie ja tatsächlich einen Wechsel in dem angegebenen
 Betrage mit dem bezeichneten Fälligkeitstage akzeptiert hatte,
Kam nun auch von einer anderen Seite die gleiche Mitteilung, so erregte
auch diese keinen Argwohn, da anzunehmen war, daß der Wechsel inzwischen
 seinen Besitzer gewechselt habe.

c) Revisionen.
Ob die von der Direktion angeordneten Kontrollen gut funktionieren,
muß von Zeit zu Zeit geprüft werden. Selbst die idealsten Kontrolleinrichtungen
 sind wertlos, wenn nicht ständig darüber gewacht wird, daß die In-Struktionen
 aufs sorgfältigste beobachtet werden. Es erfolgen Kontrollen
der Kontrollen. Diesem Zweck dienen zum Teil auch die Revisionen.
Sie erfolgten früher wohl fast ausnahmslos durch Anufsichtsratsmitglieder,
 waren oft vorher bekannt, beschränkten sich auf eine Aufnahme der
Bestände und waren in der Regel vollkommen wertlos, da es dem Defraudanten
 meist möglich war, unbemerkt eine fingierte Buchung zu machen.
Hinzu kam, daß die Revisoren oft keinerlei Fachkenntnis besaßen, Effekten
 und Sorten nicht kannten, sondern aufschrieben, was die Beamten
ihnen vorzählten.
Revisionen, die sich in der Hauptsache darauf beschränken, die ziffernmäßige
 Übereinstimmung der Bestände mit den Büchern festzustellen,
sind bei dem Umfang und der Kompliziertheit der Betriebe wertlos. Da
die Aufsichtsratsmitglieder zu längeren Revisionen nicht Zeit haben und
ihnen oft auch banktechnische Kenntnisse fehlen, sind heute alle Banken
dazu übergegangen, ihr eigenes Revisionsbüro zu bilden, dessen Beamte
nicht nur die Zentrale, sondern auch die Filialen und Depositenkassen
mehrere Male im Jahr systematisch revidieren und darüber ein Protokoll
abfassen. Erfahrene Beamte, die im Betrieb groß geworden sind und
ihn — möglichst auch die Organisation anderer Institute — in allen
Einzelheiten kennen und selbst organisatorisches Talent haben, sind hierzu
 am besten geeignet, Bearbeitet der Chef dieses Büros gleichzeitig die