Kleine Fehler, die hier und da unterlaufen werden, sind bei der großen
Zahl belanglos. Einige Bankpraktiker der Bankenquete behaupteten zwar,
man könne sich hieraus nicht zurechtfinden !). Ich bin jedoch mit Heiligenstadt
 der Ansicht, daß das erwähnte Einteilungsprinzipsehr gute
Anhaltspunkte für die Gelddispositionen bietet, und
3ehr zu wünschen wäre es, wenn die Bankleiter sich bemühen würden,
die fremden Gelder in dieser Weise hinsichtlich ihres Charakters zu
untersuchen.
Im. allgemeinen. kann man gliedern:
1. Spargelder, das sind Gelder, die eingezahlt werden, mit der Absicht,
sie nur in besonderen Ausnahmefällen abzuheben, also ähnlich wie die
Mehrzahl der den Sparkassen anvertrauten Gelder.
2. Einkommenrücklagen der Festbesoldeten, die ihr Vierteljahrs- oder
Monatsgehalt ‚an die Bank überweisen lassen, Einnahmen der Ärzte,
Künstler, die periodisch größere Summen empfangen usw. Die Beträge
werden im Lauf des Monats oder Vierteljahrs zur. Bestreitung des‘ Lebensunterhaltes
 wieder abgehoben.
3. Betriebsreserven der Unternehmungen; wie lange sie stehen bleiben,
hängt von den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen ab.
4. Scheck- und Giroguthaben zwecks Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
Je größer die Kundenzahl und die Zahl der Geschäftszweige, denen die
Kunden angehören, desto größer ist im allgemeinen die Beständigkeit der
Guthaben.

c) Vertrauenspolitik. Bank und Presse.
Eine Hauptaufgabe jeder Bank und Bankfirma, die fremde Gelder an
sich zu ziehen sucht — und das wird in der Regel jedes Bankunternehmen
 tun, um seinen Geschäftskreis zu erweitern —, ist: Vertrauen
nach außen zu erwecken und bei allen ihren Handlungen darauf bedacht
zu sein, sich dieses Vertrauen ungeschwächt zu erhalten. Mißtrauen kann
über Nacht zur Katastrophe führen.
Eine gewisse Rolle spielt schon der Name des Instituts; daher das
Streben aller schwindelhaften Unternehmen, sich hochtönende Namen beizulegen,
 aber auch die Politik solider Institute, wie schon erwähnt, durch

1) Insbesondere wurde auch darauf hingewiesen, daß jeder Produzent gleichzeitig
an Konsument sei. Heiligenstadt bezeichnet demgezenüber .die Güter, die der
Produzent als Mensch zu seinem Lebensunterhalte usw. für sich selbst verwendet,
d. h. konsumiert, als Handlungsunkosten der Produktion.

NV