erteilt, wenn die Bank sich verpflichtet, Zweimonatsbilanzen nach dem
vereinbarten Schema zu veröffentlichen 2).
Nachdem die Goldumstellung bei den Banken erfolgt war, ordnete der
Reichswirtschaftsminister die Veröffentlichung der Zweimonatsbilanzen,
die 10% Jahre unterbrochen war, beginnend mit der Bilanz vom 28, Februar
 1925, an.
Erstmalig für Ende März 1928 werden die Zwischenbilanzen mon atlich
 — mit Ausnahme der Bilanzen für Ende Dezember und Ende
Januar (wegen der Abschlußarbeiten) — veröffentlicht. Ein weiterer Vorteil
 des neuen Schemas (s. Beilage) ist, daß bei den einzelnen Positionen
eine erweiterte Gliederun g und damit bessere Durchleuchtung
des Innenlebens der Banken stattfindet. Das Schema ist so aufgestellt,
laß es einheitlich für private Kreditbanken, für öffentliche Banken, Girozentralen
 und Hypothekenbanken Verwendung finden kann 2).

Betrachten wir zunächst die einzelnen Positionen ?) :

Aktiva.

1. Nicht eingezahltes Aktien- bzw. Betriebskapital. Es ist dies ein
Anspruch der Unternehmung, der mit dem Nennwert eingestellt
 ist.
2, Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine.
Durch den Zusatz „fällige“ soll verhütet werden, daß durch vorzeitig geirennte
 Zins- und Dividendenscheine eine Liquidität „vorgetäuscht“ wird.
Die meisten Banken führen in ihrer Jahresbilanz diese 3 Posten in einer
einzigen Summe auf. Da Kupons und Sorten nicht in größeren Beträgen,
als für den Geschäftsverkehr notwendig ist, gehalten werden dürfen, so
ist gegen diese Zusammenfassung nichts Erhebliches einzuwenden,
andererseits ist aber auch nicht einzusehen, warum nicht detaillierte Angaben
 gemacht werden. Es ist einmal für die Kritik von Interesse, zu erfahren,
 wieviel Prozent der fremden Gelder in bar gehalten werden, und
weiter wird die Bankleitung bei zu großen Kupon- und Sortenbeständen

1) Die der Reichsbank durch die Zusammenstellung, rechnerische Prüfung und
Veröffentlichung entstehenden Kosten tragen die die Bilanzen einreichenden Banken
anteilig.
? S. a. Fr. Leitner, Bilanztechnik und Bilanzkritik. Berlin 1929. Berliner
Tageblatt vom 15. März 1928. ©
3) S. a. die Tabellen hinter S. 416.

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