5. Langfristige Anleihen bzw. Darlehen. Dieser neu aufgenommene
Bilanzposten, dem auf der Aktivseite der Posten 12 „Langfristige Ausleihungen“
 entspricht, war nötig wegen der Eingliederung der öffent:
lichen Banken und der Hypothekenbanken. Für die Kreditbanken kommt
aur 5b in Betracht: „Sonstige Anleihen“, Bei der Dedibank und bei
ler Commerzbank sind unter dieser Position die Dollar-Anleihen verbucht.
6. Sonstige Passiva. In diesem C.p.D. sind die sonst im Schema nicht
ınterzubringenden Verbindlichkeiten verbucht.

Wesentlich erweitert ist die Gliederung der Eventualverpflich-‚ungen
 der Banken: Giroverbindlichkeiten aus weiterbegebenen
Bankakzepten, Solawechseln der Kunden (die Bank ist Remittent) und
aus sonstigen Rediskontierungen (Weiterbegebung von Privatdiskonten,
Rediskontierung von Wechseln bei der Reichsbank usw.). „Eigene Ziehungen“
 kommen bei den Großbanken nicht vor; der Kunde zieht auf die
Bank, nicht umgekehrt. —

Das neue Schema weist entschieden mancherlei Vorzüge gegenüber dem
alten Schema auf. Ein wesentlicher Mangel ist, daß die valutarischen
Verhältnise nicht ersichtlich gemacht sind; diese Trennung wäre wichtig,
weil bei Guthaben der Ausländer die Gefahr des Abzuges der Gelder
größer als bei Inlandsgeldern ist. Guthaben im Ausland e und in
ausländischer Währung entstehen entweder als Gegenposten der Kundenrechnungen
 in fremder Währung, oder indem die Bank für eigene Rechnung
 sich derartige Guthaben hält. Währungsguthaben für Kunden und
für eigene Rechnung sind in der Monatsbilanz nicht getrennt. Dagegen
finden wir in den Geschäftsberichten oft diesbezügliche Angaben,
So ersehen wir z. B. aus dem Bericht der Danatbank fürs Jahr 1929, daß Ende 1929
die Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen zu rund 83 0/9 (gegen 81,5 9%
im Vorjahre) aus Auslands guthaben bestanden haben. Von der Gesamtsumme
der Gläubiger in: laufender Rechnung entfallen 34%9 auf ausländische
Guthaben, wovon 27%, in ausländischer und 7 9% in Markwährung unterhalten
werden.

2. Der Liquiditätsschlüssel. Sind unsere Banken liquide ?
Wer eine Bankbilanz auf ihre Liquidität hin prüft, fragt: In welchem
Grade ist die betreffende Bank für den Eintritt extremer und zugleich
unerwarteter Ereignisse gerüstet? Geheimrat Mueller schrieb einmal 1) -

1) Bank-Archiv VIII, 8.

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