nicht verfahren, und der Klassifizierung der verschiedenen Aktiva ist
daher nur ein bedingter Wert beizumessen. Wenn auf Grund praktischer
Erfahrungen einzelnen Arten der Vermögensanlage eine Vorzugsstellung
eingeräumt wird, so müssen die Kritiker doch immer und immer wieder
5etonen, daß die ermittelten Prozentsätze nicht absolut, sondern relativ
zu bewerten sind, insofern, als darin lediglich eine Entwicklung zum
Ausdruck gelangt.
Im allgemeinen rechnet man als flüssige Mittel 1. Ranges:
Kasse (einschließlich Kupons und Sorten), Guthaben bei Notenbanken,
Wechsel, Nostroguthaben bei Banken. und unverzinsliche Schatzanweisungen,
 als flüssige Mittel 2. Ranges: Reports und Lombards,
Warenvorschüsse und notierte Wertpapiere, Langfristige Aktiva sind:
Unnotierte Wertpapiere, Debitoren, Konsortial- und dauernde Beteiligungen,
 Gebäude und sonstige Aktiva. Die flüssigen Mittel 1. und 2. Ranges
werden in ein Prozentverhältnis zu Kreditoren plus Akzepte gesetzt.
S. auch die Liquiditätsberechnungen in der beiliegenden Übersicht.
Zu diesen verschiedenen Methoden der Liquiditätsberechnung möchte
‘ch auf Grund eigener praktischer Erfahrungen folgendes bemerken:
Was zunächst die Verpflichtun gen anbelangt, so bin ich der Ansicht,
 daß man de facto keinen Unterschied zwischen sofort und später
fälligen Depositen- und Kontokorrentguthaben machen darf, denn in
kritischen Zeiten hat bis jetzt wohl jede Bank, um nicht ihren Kredit
noch weiter zu untergraben, auch die erst später fälligen Summen —
selbstverständlich unter veränderter Zinsberechnung — sofort ausgezahlt.
Gegen die Einstellung der Gesamtsumme der Akzepte in die Verpflichtungen
 wendet Riesser!) ein, daß dabei nicht berücksichtigt werde, „daß
in der Regel selbst in kritischen Zeiten, die zur Deckung verpflichteten
Kunden, wenigstens in ihrer Mehrzahl, der Bank den zur Einlösung ihres
Akzepts erforderlichen Betrag vor der Fälligkeit einsenden werden“.
Riesser, der die Akzepte nur mit 1/, des Betrages einstellen will, urteilt
entschieden zu optimistisch. Selbst in normalen Zeiten geht nur für
einen kleinen Prozentsatz der Akzepte Bardeckung ein, und die Bezahlung
der überwiegenden Mehrheit der Akzepte erfolgt durch Prolongation; in
kritischen Zeiten wird dieser Prozentsatz noch erheblich geringer werden.
Da nach roher Schätzung in kritischen Zeiten die Bank 80—85% ihrer
Akzente selbst decken müßte, so kann man, in Kompensation mit einigen

) a. a. O. 8.451.

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