„cash in hand ete.“ möglichst hoch erscheinen zu lassen. Diese Praxis
wird heute auch ganz offen zugestanden, und regelmäßig ist zu gewissen
Zeiten in den Berichten über den Geldmarkt zu lesen: „The market
was short of fonds thro’ the big bank withdrawing large sums prior to
ublishing their balance.“
Daß am Jahresschluß die Banken eine Börsen-Hausse inszenieren, um
ihre Effekten zu höheren Kursen in die Bilanzen einstellen und dadurch
sine. höhere Liquidität und Rentabilität errechnen zu können, dürfte
heute kaum vorkommen. Einmal gibt gewisse Einschränkungen hinsicht-‘ich
 der Bewertung der $ 261 des HGB., und dann können nötigenfalls
Gewinne auch auf anderen Konten -— insbesondere auch durch niedrigere
Abschreibungen und Rückstellungen — herausgerechnet werden. Wohl
aber tragen die Banken, in Gemeinschaft mit den Kursmaklern, dafür
Sorge, daß am Jahresschluß für möglichst viele Werte Kurse notiert
werden, was aber auch im Interesse des Publikums liegt.
Alles in allem: Die Bilanzen sehr vieler Banken werden künstlich verschönert,
 und zwischen den Bilanzen, wie sie der Buchhaltungschef der
Direktion vorlegt — durch verschiedene Maßnahmen in den letzten Tagen
des Jahres sind die Ziffern bereits beeinflußt worden — und denen, die
nachher veröffentlicht werden, bestehen öfters große Abweichungen,
Bei der Bankbilanz gibt es, im Gegensatz zur Industriebilanz, keine bis
auf 1 RM abgeschriebene Anlagekonten. Während die Industriebilanzen
als letzten Ausweg nur die Flucht in die Werkerhaltungsreserven offen
lassen, bestehen bei den Bankbilanzen unbe grenzte Abschreibungsmöglichkeiten.
 Große innere Abschreibungen verschwinden
spurlos in den Millionenposten der Bankbilanz.

4, Maßnahmen der Banken, um liquide zu sein,

Im vorigen Kapitel hatten wir verschiedene Mittel kennengelernt, die
die Banken angewendet haben und noch anwenden, um liquide zu erscheinen,
 in diesem Kapitel sol} die Rede sein von Maßnahmen. die
&gt;rfolgen, um liquide zu sein.
Die Erreichung und Festhaltung der Liquidität ist eine der schwersten
Aufgaben der Bankpolitik, und jeder gewissenhafte Bankleiter widmet
ihr dauernd die allergrößte Sorgfalt. Die Herstellung eines richtigen
Verhältnisses der liquiden Mittel zu den Beträgen, mit denen die Bank
jederzeit in Anspruch genommen werden kann, bietet vor allem des-156

