„abgesprungenen“ Referendar oder Assessor äußerst gering, Wer sich
gute beiriebswirtschaftliche, weiter volkswirtschaftliche und
juristische Kenntnisse erworben hat, wird meist schnell er vorwärtskommen
 als derjenige, der sie nicht besitzt. Voraussetzung hierfür aber
ist: Beherrschung der Technik und gutes theoretisches Wissen auf dem
weiten Gebiet des Bank- und Börsenwesens, also: Können und Kennen!
Es gibt.nicht allzu viele Berufe, die jedem darin Tätigen große innere
Befriedigung gewähren. Der Bankberuf gehört nach der Meinung vieler
auch nicht hierzu. Es gibt aber gerade im Bankgewerbe eine Anzahl
Posten, die demjenigen, der theoretisch und praktisch gut geschult ist,
einen interessanten Einblick in das Wirtschaftsleben gewähren.
 Wer die großen Zusammenhänge nicht aus dem Auge verliert
und die Stellung des Bankwesens in der gesamten Volkswirtschaft beirachtet,
 kann und wird auch große innere Befrie digung im
Bankberuf finden 1).
Notwendig für den Bankberuf ist eine gewisse kaufmännische
Begabung, gute Auffassungsgabe, Zahlensinn, zuverlässiges, schnel-(es
 Arbeiten, und für den, der vorwärts kommen will, der stete Drang,
sich praktisch und theoretisch weiter zu bilden, sich über de a Durchschnittzu
 erheben.

Nach Beendigung der Lehrzeit erfolgt Anstellung als Beamter. Bis
1918 etwa betrug das Jahresgehalt 1200—1500 M, wozu noch etwa 300 M
Weihnachts- und Abschlußgratifikation traten. Seit 1920 erfolgte Bezahlung
 nach Tarif.
Das Anfangsgehalt und das Einkommen der Mehrheit der Bankbeamten
überhaupt hatte sich durch die Vermehrung der Banken und durch den
Konzentrationsprozeß erheblich verschlechtert. So hatte z, B. ein erstes
Berliner Institut, das in den 70er Jahren bereits keinen Beamten unter
500 Talern Fixum anstellte, in den 90er Jahren dem Beispiele anderer
Banken folgend, das Anfangsgehalt auf 1200—1500 M, d. h. entsprechend
dem verminderten Geldwerte, auf etwa die Hälfte herabgesetzt. Die Bezahlung
 in den Privatbankgeschäften war etwa die gleiche.
Worin ist die Ursache hierfür zu suchen? Es ist feststehend, daß die
Gewinne im Bankgewerbe prozentual der Umsätze und der verursachten

1) Treffend sagt v. Schulze-Gaevernitz (a. a. O. S. 149): „Berufsbildung
 allein vermag den Beamten aus stumpfer Routine emporzuheben und mit dem
Gesamtüberbliek ihm die vielfach verlorene Berufsfreude wiederzugeben.“

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