verstandenen eigenen Interesse, es als ihre Aufgabe betrachten müßten, der Frau
bessere Lebens- und Existenzbedingungen zu schaffen. Wenn sie dafür sorgen, daß
auch die Frauen eine gute banktechnische Vorbildung genießen, werden diese nicht
mehr Preisdrückerinnen sein, Die überwiegende Mehrheit des Vorstandes und auch
der übrigen Bankbeamtenschaft erklärte sich damals — leider, muß ich im Interesse
der Bankbeamtenschaft sagen —grundsätzlich dagegen.
Neben den Frauen ist es noch eine andere Kategorie von Angestellten;
die die Gehälter der Bankbeamten ungünstig beeinflußt. Während es bis
zum Weltkriege nur ganz vereinzelt vorkam, daß jemand ins Bankgeschäft
 eintrat, ohne im Besitz des Einjährig-Freiwilligen-Zeugnisses zu
sein, gibt es heute zahlreiche Firmen, die mit Vorliebe junge Leute, die
nur eine Gemeindeschule besucht haben, als Lehrlinge einstellen. Es sind
Jlarunter eine Menge tüchtige Elemente, die dem Bankbeamtenstande nur
zur Ehre gereichen können — ich habe selbst einige solche Herren, die
das Examen nachher vor der Kommission bestanden haben, beschäftigt —;
in ihrer Allgemeinheit aber drücken sie naturgemäß das Nivenu des Standes.
 Soweit sie sich nicht ein bestimmtes Maß allgemeiner Bildung anzeeignet
 haben, können sie in bessere Posten, besonders auch in solche,
wo sie in Verkehr mit dem Publikum treten, nicht aufrücken.
Auf gleicher Stufe stehen die Beamten, die früher „Jungen“ gewesen,
d. h. aus dem Laufburschenberuf hervorgegangen sind. Es sind dies Söhne
von Kassenboten oder anderen achtbaren Bürgern, die nach Absolvierung
 der Gemeindeschule in den Dienst der Bank treten und den internen
 Verkehr von Büro zu Büro bzw. zwischen Wechselstuben und
Hauptbank vermitteln, nebenbei kleine mechanische Schreibarbeiten eriedigen
 und in den Wechselstuben auch in der Postexpedition beschäftigt
werden. Mit 19 Jahren etwa hören sie auf, „Junge“ zu sein, und einige
werden als Kassenboten, einige als Beamte angestellt. Für die Bank
stellten sie früher eine verhältnismäßig billige Arbeitskraft dar.
Weiter finden wir im Bankbeamtenstande eine Menge Existenzen, die
in einem anderen Berufe gescheitert sind, wie z. B. durchgefallene Referendare
 und Assessoren, oder Leute, die ihr Studium aus irgendeinem
Grunde aufgeben mußten. Andere wieder hatten von vornherein die Absicht,
 zur Bank zu gehen, haben aber, als Vorbereitung für diesen Beruf,
ine Anzahl Semester an einer Handelshochschule, Universität oder Technischen
 Hochschule studiert und vielleicht auch das Diplom oder den
Doktorgrad erworben. Assessoren, die sich ein Jahr haben beurlauben
lassen, um dann wieder in den Staatsdienst zurückzukehren, werden. so-