gar nicht für den Posten eines Börsenvertreteres oder Schalterbeamten
eignen. Das sind individuelle Anlagen, die erforscht und zum Vorteil des
Betreffenden und der Bank selbst ausgenützt werden müssen.
Von einer richtigen Personalauslese ist in hohem Maße der
Wirkungsgrad der Arbeit abhängig. Wie die Geschäftsleitung (Personalchef)
 bemüht ist, den geeigneten Mann für eine bestimmte Tätigkeit
zu finden, so wird der intelligente Angestellte, der eigene Ideen hat, Umschau
 halten, welchen Posten er für sich geeignet hält, und der ihm die
Möglichkeit gibt, zu zeigen, was er zu leisten vermag, auf dem er seine
Fähigkeiten entfalten kann, und der ihm als Sprungbrett dient. Die
veste Organisation nutzt. nichts, wenn die Kräfte nicht im Geist der Organisation
 arbeiten, d. h. wenn die einzelnen Posten mit ungeeigneten
Personen besetzt sind. So ist das Problem der Personalauslese gleich
wichtig für die Unternehmung, wie für die in ihr Tätigen 1).
Im allgemeinen herrscht bei den Banken das Prinzip, nur jüngere Beamte
 einzustellen und die bisherigen allmählich heraufrücken zu lassen.
Eine strenge Trennung zwischen den einzelnen Kategorien besteht nicht,
so daß jeder tüchtige Beamte die Chance hat, Prokurist und Direktor zu
werden. Wenn auch die Zahl der Vorstandsmitglieder gering ist, und
hierzu auch öfters Outsiders berufen werden, so gibt es doch eine Menge
anderer leitender, sehr gut dotierter Posten.
Die Hoffnung, eine solche leitende Stellung zu bekommen oder doch
wenigstens Chef einer Abteilung zu werden, beseelt den Bankbeamten und
soll ihn auch dauernd beseelen. Sie soll ihn aber auch zur Erweiterung
seiner Fachkenntnisse und zur höchsten Pflichterfüllung anfeuern und
ihm die Notwendigkeit vor Augen führen, sich ein hohes Maß allgemeiner
Bildung anzueignen, um auch hierin den Angehörigen anderer Berufskreise,
 mit denen er dauernd in Verbindune tritt. nicht nachzustehen. Sa

1) In der „Spannung“, der Zeitschrift der Angestellten der AEG. (Dez, 1929), ist
diese wichtige Frage mit großer Sachkunde behandelt worden. „..Das Werk braucht
aicht nur Räder, sondern vor allem Motoren, Leute, die nicht nur jeweils das Allernotwendigste
 tun, sondern Persönlichkeiten, die Anregungen geben oder gegebene
Anregungen vertiefen und aus ihnen etwas machen können.... Der einzelne Anzestellte
 soll sich, wenn er unbefriedigt ist, fragen, woran es liegt, daß er nicht
vorwärts kommt. An ihm selbst? Am Chef? An besonderen Verhältnissen der Abteilung?
 An einer falschen Schaltung? Und er soll sich weiter fragen: Was kann ich
tun? Mit meinem Vorgesetzten sprechen? Oder einmal vertrauensvoll mit dem Leiter
der Personalabteilung? Auch dieser Weg kann nicht verwehrt werden.“

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