und Kameraden betrachten, bedauern im Interesse ihrer Mitarbeiter, der
Bankbeamten, diese radikalgewerkschaftliche Kampfesweise, Sie benimmt
dem Bankbeamten die Freude an seinem Beruf, die Lust an der Arbeit
und die Hoffnung auf ein Vorwärtskommen; er wird erbittert. Der Angestellte
 sieht leider nur zu oft in dem Chef seinen Gegner, über dessen
geschäftliche. Erfolge er sich ärgert, und dessen Mißerfolge in seiner
Kurzsichtigkeit er bejubelt.
Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, den Vorstandsmitglieder und
Aufsichtsratsvorsitzende einiger Banken einnehmen, die Debatte über
die Beamten gehöre nicht in die Generalversammlung, sei vielmehr eine
interne Angelegenheit der Verwaltung, sondern denke mir, es muß auch
für den Aufsichtsrat und die Aktionäre von Interesse sein, Wünsche der
Beamten und Angestellten zu hören, da sie ein sehr wertvolles Aktivum
in der Bilanz darstellen. Sie arbeitsfreudig und möglichst zufriedengestellt
 zu sehen, muß lebhafter Wunsch der Direktion und des Aufsichtsrates
 sein. Und bei gutem Willen auf beiden Seiten sollten sich Wege
finden lassen, die beiderseitigen Interessen miteinander in Einklang zu
dringen. Zu einem Streik. wie 1919 und 1920. dürfte es niemals wieder
zommen!
Keine Worte der Mißbilligung würden aber zu scharf sein, wenn
Interessenvertretungen der Bankbeamten Geschäfts geheimnisse
preisgeben würden. In der Zeitung des „Allgemeinen Verbandes
der Deutschen Bankangestellten“ 1) heißt es:
„Wer erwartet hatte, daß wir uns bekannte Interna vorbringen würden, ist nicht
auf seine Rechnung gekommen. Auch deren Aufrollung lehnen wir
nicht grundsätzlich ab. Aber ihre Verwendung stellt das allerletzte Mittel
dar, von dem wir nur dann Gebrauch machen würden, wenn alle anderen Möglichkeiten
 erschöpft sind und zu keinem Erfolge geführt haben. Den maßgebenden
[nstanzen aber kann es nicht fremd sein, daß in der Beamtenschaft die genaueste
Kenntnis vieler Dinge vorhanden ist, die unter Umständen der Organisation
einescharfe WaffeindieHand geben. Die Bankleitungen ziehen jedenlalls
 im wohltuenden Gegensatz zu gewissen anderen Instanzen aus unserem Vorzehen
 die Lehre, daß der Verband unter allen Umständen bestrebt ist, die Besserung
jer Verhältnisse der Bankbeamten energisch in die Hand zu nehmen. Unsere
Generalversammlungsbesuche stellen daher für die Bankleitungen das
ietzte Glied in der Kette der Erkenntnis dar, daß gegenüber den Interessen des
Kapitals. das bisher, ohne Widerstand zu finden, nach jeder Richtung hin frei schalten

1) S, Der Deutsche Bankbeamte, Organ des Allgemeinen Verbandes der Deutschen
 Bankbeamten III, 7. — Der jetzige Name des Fachorgans lautet: Der Deutsche
 Bankangestellte.
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