nische Kenntnisse, brauchen die Leiter und Mitleiter von Banken und
Bankfirmen. Aus dieser Erkenntnis heraus schuf der Verein der Bankbeamten
 in Berlin im Herbst 1899 seine Hochschulkurse für
Bankwesen.
Welch ein Bedürfnis derartige Fortbildungskurse waren, zeigt die Besucherzahl,
 die nach kurzer Zeit auf 1000 und 1906, als ich von der Leikung
 zurücktrat, fast auf 2000 gestiegen war.
Ähnliche Einrichtungen hat später der Deutsche Bankbeamten-Verein
 in Berlin und in mehreren anderen Orten geschaffen. In den
Berichten wird gesagt, daß die Kurse überall großes Interesse erweckt
und sich eines guten Besuches erfreut haben. Nach der Fusion mit dem
Verein der Bankbeamten in Berlin ist diese Einrichtung auf noch
breitere Basis gestellt worden. Da der Bankbetrieb immer mehr dem
Fabrikbetrieb ähnelt insofern, als jeder einzelne dauernd auf eine bestimmte
 Arbeit beschränkt wird, soll durch derartige Fachkurse einer
ainseitigen Ausbildung vorgebeugt werden.
Auch die leitenden Persönlichkeiten im deutschen Bankgewerbe haben
mehr und mehr erkannt, daß es ihre Pflicht sei, für eine gute Ausbildung
des Nachwuchses Sorge zu tragen. Sie haben in großen Betrieben Unterrichtskurse
 eingerichtet, in denen sie zum Teil selbst dozieren und Kolloquien
 abhalten. Die Industrie- und Handelskammer in Berlin hat im
Mai 1927 eine „Berufsschule für das Bankgewerbe“ errichtet.
Die Ausbildung umfaßt „die Einführung in das Verständnis der wirtschaftlichen
 Dienstleistungen des Bankgewerbes und die Übungen der
technischen Fertigkeiten zur Durchführung des Geschäftsablaufes, aber
auch die Schaffung der ethischen Voraussetzungen, um diese Arbeit zum
Beruf zu machen.“
Im Sommerhalbjahr 1929 wurde der Unterricht in 18 Klassen mit einer Gesamtbesucherzahl
 von 410 Schülern und Schülerinnen erteilt. Es unterrichteten 12 Lehrkräfte
 in 168 Wochenstunden. Der Lehrplan ist auf 4 Halbjahre berechnet. In den
40- und 20stündigen Abendkursen, die im Winter 1928/29 von 796 Bankbeamten
besucht wurden, wirkten als Dozenten in der Hauptsache Bankpraktiker.
In Hannover besteht für Sparkassenbeamte die Deutsche Sparkassenschule.
 Ihr verdienstvoller Leiter ist Dr. Rocke. Erwähnt
sei weiter das unter Leitung von Prof. Dr. Eisfeld stehende Lehrinstitut
 für das kommunale Sparkassen- und Kreditwesen,
 das zur Durchführung seiner Aufgaben die Einrichtungen der
Berliner Verwaltungsakademie benutzt. Organisatorisch ist das Lehr-129

