legenen Persönlichkeiten, Mit Walb bin ich der Ansicht, daß das Billungs-
 und Erziehungsproblem unter Ausschaltung der akademischen
Schulung heute nicht befriedigend gelöst werden kann. Gegenüber der
Einseitigkeit der Praxis weiten die Hochschulen den Blick. Ihre wesentliche
 Aufgabe besteht nicht darin, dem Hörer eine Menge Wissensstoff zu
vermitteln; Schulung des Denkens ist das weitergesteckte Ziel. Für diejenigen,
 die einst eine führende Stellung. im Bankgewerbe einzunehmen
berufen sind, ist die beste theoretische Ausbildung gerade gut genug.
Angesichts der Aufgaben, die den Banken in der modernen Wirtschaft
zufallen, handelt es sich bei Heranbildung des Nachwuchses und Auslese
der zu leitenden Stellen Berufenen um eine Frage, die auch über das
Bankgewerbe hinaus von allergrößter Bedeutung ist.
Zu erwägen wäre, ob nicht manche Einrichtungen, die sich in England
und Amerika bewährt haben, auch bei uns sich zweckmäßig erweisen werden,
 ob vor allen Dingen Examina, und bei deren Bestehen die Ausfertigung
 von Diplomen, im Interesse der Chefs und der Angestellten
Negen.
Prüfungen beim Eintritt in eine Bank als Beamter oder vor der definitiven
 Anstellung bestehen bis jetzt nur bei Staatsinstituten. Bei der
immer größer werdenden Konzentrierung im Bankbetriebe und der dadurch
 bedingten veränderten Lage der Bankbeamten würde sich eine nicht
allzu schwere Aufnahmeprüfung empfehlen. Sie hätte Vorzüge für die
Jhefs, die nunmehr eine besser vorgebildete Beamtenschaft erhielten, wie
auch für die Angestellten, denen der Aufstieg dadurch erleichtert wäre.
Zu unterscheiden von diesen Aufnahmeprüfungen würden die von den
Fachschulen der Bankbeamtenvereine, die evtl. an Handelshochschulen,
Universitäten oder Technische Hochschulen anzugliedern wären, im Beisein
 von Chefs und Angestellten auf weitere Gebiete sich erstreckenden
 Examina sein, zu deren Bestehen eine längere, intensive
 Beschäftigung mit den betreffenden Materien erforderlich sein wird.
Wenn auch hierdurch der Nepotismus, über den im Bankbeamtenstande
aocch immer geklagt wird, nicht gänzlich beseitigt werden dürfte, und es
auch fernerhin vorkommen wird, daß der oder jener seine Stellung einzig
and allein verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen
verdankt, so würden die Examina doch den Vorzug haben, daß alle ein-Bankpersonals,

 in Bankwissenschaft VI, 28. Rehmenklau, Menschenökonomie
im Bankbetrieb. Berlin 1930. E. Walb, Die Nachwuchsiragen im Bankgewerbe,
Bank-Archiv XXVII, 28,

LU