verengten Kapitalvolumen und der verringerten Kreditkapazität, überdimensioniert
 war 1).
Industrie- und Bankenkonzentration haben sich gegenseitig beeinflußt,
 oft aber auch derart, daß die Initiative zur Konzentration auf
industriellem Gebiete von den Banken ausgegangen ist. Mit dem Wachsen
der Industriekonzerne ging parallel der Ausbau der Konzernorganisationen
 der Banken. „Früher lief die Industrie den Banken nach, jetzt
laufen die Banken der Industrie nach.“ (Kirdorf.)

2, Wege und Formen der Expansion und Konzentration,
Die aus den im vorigen Abschnitte skizzierten Gründen seit etwa 1870
in Deutschland, zeitweise stärker, zeitweise weniger kräftig sich vollziehende
 Expansion der Großbanken sowie einiger großer Provinzialinstitute
 und die Konzentration des Geschäfts bei ihnen vollzog und
vollzieht sich auf verschiedenen Wegen und in verschiedenen Formen:
lirekt; und auch indirekt durch Dezentralisation.

a) Fusion.
Zur Angliederung (Fusion), d. h. zur völligen Aufnahme von
Bankgeschäften und Banken, wird sehr oft eine Kapitalserhöhung der
fusionierenden Bank erforderlich sein. Die Kapitalserhöhung
selbst kann man aber noch nicht, wie Riesser?) es tut, als Konzentrationsbewegung
 bezeichnen; wird ja doch als Grund der Kapitalserhöhung
von den Banken öfters angegeben: Herstellung des Gleichgewichts zwischen
 den fremden und den eigenen Mitteln. Eine konzentrische Verschiebung
 braucht also mit der Kapitalserhöhung nicht notwendigerweise
zusammenzufallen.
Die Angliederung bestehender Banken an Bankfirmen ist das typische
Mittel der Expansion in den letzten 4 Jahrzehnten, Die Großbank übernimmt
 auf diese Weise ein bestehendes Geschäft mit festem Kundenkreis,
 den sie sich sonst erst mit großen Opfern schaffen müßte, und sie
beseitigt gleichzeitig eine Konkurrenz, mit der sie wahrscheinlich in
harter Fehde liegen würde. Die Bank sichert sich weiter sehr oft in dem
Leiter der übernommenen Firma einen mit den Kreditgewohnheiten und
Anlagebedürfnissen der hetreffenden Gegend vertrauten Fachmann, der

) S. F. Pinner, Berliner Tageblatt, 1929 Nr. 566.
’) a. a. 0. S. 1838.

mn