Wenn trotz der finanziellen Nachteile das System der Beteiligung oft
dem Filialsystem vorgezogen wird, so geht daraus hervor, daß die Bank-Jlirektoren,
 die doch gute Rechner sind, erhebliche technische Vorzüge in
lem selbständigen Weiterbestehen der angegliederten Bank erblickt haben
and erblicken ?). Die Erfahrungen haben gelehrt, daß die Aktionskraft
sines Konzerns durch das Prinzip der selbständigen Lokalbanken gestärkt
 wird.

”) Freundschaftliche Vereinbarungen.
In manchen Drucksachen der Banken, z. B. den Kuponeinlösungsstellen-Verzeichnissen,
 wird zwischen Konzernbanken ersten und zweiten Ranges
unterschieden. Zu jenen rechnet man die Provinzialinstitute, auf die die
Großbank durch größeren Aktienbesitz, durch Vertretung im Aufsichtsrat
and durch besondere Verträge einen größeren, oft einen ausschlaggebenden
Einfluß ausübt, so z. B. oft auch hinsichtlich der Besetzung der Posten
der Vorstandsmitglieder. Zu diesen gehören die Institute, mit denen die
Verbindung loser ist. Die Großbank übernimmt bei Kapitalserhöhungen
die Emission der neuen Aktien der nahestehenden Bank, und öfters auch
die Garantie für Unterbringung, besitzt in der Regel selbst aber keine
Aktien — wenn es der Fall ist, so sind sie unter Effektenbestänuden aufyzeführt
 — und hat auch im Aufsichtsrat keinen Sitz.
Freundschaftliche Beziehungen bestehen insofern, als die Provinzbank
 der Großbank einen großen Teil ihrer Börsenorders überschreibt,
und indem diese, sofern sie am Domizil der Provinzbank nicht durch eine
Filiale oder Konzernbank ersten Ranges vertreten ist, Reziprozität übt.

Im übrigen erklärt sich das Anwachsen unserer dauernden Beteiligungen aus der
Umwandlung unserer Bukarester Filiale in die Societatea Bancara Romana, der Übernahme
 der Ostbank für Handel und Gewerbe sowie aus der Volleinzahlung auf die
von uns im Jahr 1928 übernommenen neuen Anteile des Bankhauses Hardy &amp; Co.“
') Der alte Name kann auch in dem Namen der Filiale der neuen Bank enthalten
sein, so z, B. Schlesischer Bankverein, Filiale der Deutschen Bank, — Um zu verhüten,
daß der Name der fusionierten Bank bei einer Neugründung mißbräuchlich verwendet
wird, haben Interessenten unter dem Namen der alten Bank eine G. m. b. H. oder eine
Aktiengesellschaft mit geringem Kapital gegründet. So hatte z. B. die Rheinische
Creditbank in Mannheim, die 1922 die Pfälzische Bank in Ludwigshafen im Wege
der Fusion übernommen hatte, mit einem Aktienkapital von 5000 M eine neue
Pfälzische Bank gegründet, So sehr die alte Pfälzische Bank in Mißkredit geraten ist,
so hat ihr Name doch immerhin noch genügend Klang, um die Übernahmebank zu
veranlassen, Sorge dafür zu treffen. daß keine neu sich auftuende Bank diesen Namen
wählt.

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