Ad. h. sie ebenfalls nach Möglichkeit beschäftigt, indem sie ihr z. B. die Inkassi
 auf diesen Ort und ihre Filialplätze gibt und sie als Notadresse benutzt.
 Bei Emissionen erfolgt häufig ein Zusammengehen beider Banken,
und bei Unterbringung von Effekten räumen sie sich gegenseitig Höchst-Bonifikationssätze
 ein.
Diese Beziehungen können sehr verschiedener Art sein. Mitunter sind
sie nur eine Vorstufe zur völligen Beherrschung der Provinzbank. Mitanter
 kann oder will diese aber eine weitgehendere Bindung nicht eingehen.
 Siekann es nicht, wenn sie selbst in den Konzentrationsprozeß
aktiv eingegriffen hat, indem sie sich eine Anzahl Institute angegliedert hat,
die in freundschaftlichen Beziehungen zu verschiedenen Konzernbanken
gestanden haben und diese Beziehungen auch als Filialen der Provinzbank
noch weiter aufrechterhalten wollen; und sie w ill es nicht, wenn ihre
Direktoren und Aufsichtsräte den Wunsch hegzen, frei und unabhängig
zu schalten und zu walten.
Diese Banken arbeiten am Berliner Platz mit einer größeren Anzahl
Bankhäuser und genießen von diesen allen auch Vorteile mannigfacher
Art. In kritischen Zeiten werden sie vermutlich aber kein Institut finden,
das voll und ganz so für sie eintritt, wie die Großbank für ihre Konzernbank,
 die sie nötigenfalls saniert und in sich oder in eine ihrer anderen
Konzernbanken 1) aufnimmt. Für diese unabhängigen Banken besteht
daher noch eine weit größere Pflicht, für eine dauernd gute Liquidität
Sorge zu tragen, wie für andere Institute, die durch die Solidarität des
Kapitals und der Interessen gesichert sind.
Neben dem Streben nach Konzentration in den Großbanken finden wir
zuwiderlaufende Tendenzen von Privatbankfirmen und Provinzbanken.
Sehr beachtenswert ist insbesondere die im März 1922 geschaffene Kombination
 Mendelssohn &amp; Co.—Bayerische Vereinsbank.
„Zwischen den Bankhäusern Mendelssohn &amp; Co. in Berlin und Mendelssohn &amp; Co.
Amsterdam in Amsterdam einerseits und der Bayerischen Vereinsbank in München
und Nürnberg andererseits sind Vereinbarungen getroffen worden, durch die ein
dauerndes Freundschaftsverhältnis unter den Genannten geschaffen wird. Die Versinbarungen,
 an deren Zustandekommen das von der Bayerischen Vereinsbank kommanditierte
 Bankhaus E. L. Friedmann &amp; Co. in Berlin in erheblichem Maße be-1)

 So erfolgte 1912 die Fusion des durch große Verluste geschwächten Essener
Bankvereins mit der Essener Creditanstalt, die ihr Kapital um 18 Millionen M
arhöhte. . Beide Banken gehörten dem Konzern der Deutschen Bank an, für die
die Kapitalerhöhung in diesem Falle keine Erweiterung, sondern nur eine Verschiebung
 bedeutete.

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