wie die Filiale. Das gibt oft Reibereien, und mit solch unerquicklicher
Korrespondenz wird viel Zeit verschwendet.
Hinzu kommt, wie die Darmstädter Bank bereits 1871 in ihrem Geschäftsbericht
 hervorhebt, „daß das Etablissement nicht allein in seinen
Erfolgen, wie selbstverständlich, sondern auch in einem gewissen Sinn in
seiner Existenz an die Person der Leiter gebunden wird.“ Ist nur ein
persönlich haftender Gesellschafter vorhanden, so muß, wenn dieser stirbt,
entweder liquidiert oder ein geeigneter Nachfolger gesucht werden, was
oft große Schwierigkeiten bereitet. Hat die Firma 2 persönlich haftende
Gesellschafter, und ist durch den Tod eines von ihnen ein erheblicher
Teil des Kapitals herausgezogen worden, so ist es, ich habe hier mehrere
Fälle vor Augen, ebenfalls sehr schwer, Ersatz zu finden, mit dem be ide
Parteien einverstanden sind.
Aus diesen Erwägungen heraus haben die Banken ihre Kommanditen
zum Teil wieder aufgegeben. Teilweise haben sie sie zu Filialen ihrer
Bank oder einer Konzernbank gemacht, teilweise haben sie ihr Kapital
direkt herausgezogen oder, wie z. B. die Nationalbank für Deutschland
bei ihrer Kommandite Erttel, Freyberg &amp; Co. in Leipzig, mitgewirkt, daß
sie an eine andere Bank, in diesem Falle die Mitteldeutsche Privatbank,
zerkauft wurde, die sie zu einer Filiale ihres Institutes umgestaltet hat.
Nach dem Kriege hat sich die Zahl der Kommanditierungen wieder
vermehrt, u. a. sind auch Wiener Firmen durch reichsdeutsche Häuser
kommanditiert worden. Die Danatbank hat 4, die Deutsche Bank 3, die
Dresdner Bank 1 Kommandite.
Die Höhe der Einlagen wird nicht bekanntgegeben. Ihre absolute
Höhe ist auch nicht so wichtig wie das Größenverhältnis der beiden Banken
 und sonstige Vereinbarungen hinsichtlich Kreditgewährung. Die
Bank oder Bankfirma, die die Einlage gibt, entsendet mitunter auch einen
Direktor, Teilhaber usw. als persönlich haftenden Gesellschafter oder
Direktor in die kommanditierte Firma,

3) Errichtung von Filialen, Agenturen und Depositenkassen.
Es ist eine feststehende Tatsache, daß eine Bank mit vielen Filialen
Jen kleinen Lokalbanken überlegen ist. Weil sie größere Sicherheit bietet
und eine stärkere Widerstandskraft besitzt, wird sie viel leichter in der
Lage sein, Depositen an sich zu ziehen und sie mit größerem Vorteile
und größerer Sicherheit verwenden zu können. Infolge ihres Kapitals und
der Verteilung der Risiken werden große Banken in Krisenzeiten weniger

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